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Bald 20 Mal mehr Roboter verkauft

So schaut eine Sony RX0 Digital Still Camera aus, wenn sie in alle Einzelteile zerlegt worden ist
So schaut eine Sony RX0 Digital Still Camera aus, wenn sie in alle Einzelteile zerlegt worden ist(c) imago/Raimund Müller
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Der Markt für Roboter wächst extrem stark, das Smartphone hat noch immer Potenzial, die Kamera erlebt ein Comeback. Nur klassische Unterhaltungselektronik leidet.

Berlin/Tokio. Das Smartphone hat dem Markt der Digitalkameras zugesetzt, doch Sony will sich dagegenstemmen. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin stellte das japanische Unternehmen eine neue Kompaktkamera vor. Der Kameramarkt sei vor allem in Deutschland noch „richtig groß“, sagte Shigeru Kumekawa, Europa-Chef von Sony, zur Nachrichtenagentur DPA. Besonders im hochwertigen Segment gebe es Zuwachs. „Viele kommen zurück.“

Vor allem waren es aber Roboter, smarte Assistenten und Smartphones, die bei der IFA das Bild dominierten („Die Presse am Sonntag“ berichtete). 40 Millionen Roboter werden derzeit weltweit pro Jahr verkauft. Dazu zählen solche zum Steuern von vernetzten Haushaltsgeräten ebenso wie solche, mit denen Kinder spielen können. Das Marktforschungsinstitut Gartner sieht enormes Potenzial: Der weltweite Absatz soll binnen dreier Jahre von 40Millionen auf 880 Millionen im Jahr steigen.

„Roboter sind stark im Kommen“, sagt Sebastian Woldmann von GfK. „Wenn es gelingt, sie günstiger anzubieten, werden wir noch viel häufiger im privaten Bereich auf sie treffen.“ Gartner-Analystin Annette Zimmermann sieht weitere Faktoren: „Zum einen steigt die zur Verfügung stehende Rechenkapazität, was dazu führt, dass keine riesigen Rechenzentren mehr benötigt werden. Zum anderen kann davon immer mehr von der Cloud abgedeckt werden.“

 

Roboter lernen Gefühle erkennen

Eine Rolle spielt auch die Sprachsteuerung, die sich weiterentwickelt hat und es möglich macht, dass die digitalen Helfer Anweisungen verstehen und darauf reagieren. Mithilfe von künstlicher emotionaler Intelligenz sollen Roboter mehr und mehr auch auf Gemütszustände ihrer Nutzer eingehen können. Was Menschen in Millisekunden bei ihrem Gegenüber erfassen, müssen Computer mühselig lernen. „Trivial ist das auf keinen Fall“, sagt Zimmermann. Doch nicht nur die Roboter sind auf dem Vormarsch, auch die Smartphones– noch immer: Das zeigen Zahlen, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der IFA bekannt gab. Basis sind Prognosen der Marktforscher Eito und GfK, wonach der deutsche Smartphone-Markt heuer ein Volumen von 9,77 Mrd. Euro erzielt– und damit mehr als die gesamte klassische Unterhaltungselektronik (Consumer Electronic). Zu diesen CE-Geräten zählen Fernseher, Digitalkameras oder Audioanlagen. „Die Substitutionskraft der Smartphones hat dem CE-Markt zugesetzt“, sagt Bitkom-Experte Timm Lutter.

Auf der IFA waren die Marktführer Apple und Samsung weniger dominant. Die neuen Flaggschiff-Smartphones von Samsung wurden bereits vor Wochen präsentiert. Und das neue iPhone hat erst am 12.September seinen großen Bühnenauftritt. Indes hinterließ der südkoreanische Konzern LG in Berlin einen nachhaltigen Eindruck. Das neue Spitzenmodell V30 beeindruckte mit einer besonders lichtstarken Doppelkamera. Lenovo kündigte eine verbesserte Version des Moto Z2 an. Auch Sharp meldet sich zurück: Auf der Messe zeigten die Japaner die Komponenten für ihr Smartphone. Dazu gehören exzellente Displays mit sogenannter Izgo-Technologie und Kameramodule mit bis zu 22,6 Megapixeln. Die fertigen Sharp-Smartphones wird es erst nächstes Jahr beim Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zu sehen geben. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2017)