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Im Ausland zu arbeiten macht nicht immer glücklich

Im Ausland zu arbeiten kann aufregend - aber auch einsam seinDANIEL LEAL-OLIVAS
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Expats fühlen sich generell benachteiligter als Menschen, die in ihrer Heimat wohnen und arbeiten - sagt eine Studie.

Das überrascht: So genannte Expatriates, also Personen, die im Ausland arbeiten, fühlen sich generell benachteiligter als solche, die in ihren Heimatländern wohnen und arbeiten. Das geht aus einer Umfrage des globalen Gesundheitsservicekonzerns Cigna unter mehr als 2000 Arbeitnehmern hervor, die in über 20 verschiedenen Ländern arbeiten. Insgesamt liegt der Wohlbefindens-Indexwert für Expats um 1,8 Punkte unter jenem anderer Arbeitnehmer. Am tiefsten liegt der Wert im Bereich Familienwohl - da macht der Unterschied zu Menschen, die in ihrer Heimat arbeiten, sogar 9,4 Punkte aus.

Natürlich: Expats sehen durchaus auch Vorteile, wenn sie fernab ihrer Heimat arbeiten. In erster Linie führen sie das Sammeln internationaler Erfahrungen an sowie die Möglichkeit, ihre Karrierechancen zu verbessern. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Aussicht, Vermögen aufzubauen.

Gleichzeitig betrachtet aber nur ein Drittel der Befragten die finanzielle Situation als zufriedenstellend. Als Manko wird auch das Fehlen eines unterstützenden Netzwerks angeführt. 25 Prozent der Befragten werfen Bedenken über Krankheiten auf, die mit Alkohol verbunden sind - deutlich mehr als die allgemeine Ewerbsbevölkerung. Das mag mit der weit verbreiteten Einsamkeit zu tun haben - oder mit der Unsicherheit aufgrund von politischen Unruhen: Ein Drittel der befragten Expats fühlt sich unsicherer als 24 Monate zuvor.

Unsicherheit in den USA

Das Gefühl der Unsicherheit ist mit 42 Prozent in den USA am stärksten ausgeprägt, gefolgt von Afrika, wo sich 31 Prozent um ihre Sicherheit sorgen. Viele Befragte berichten auch über ein dürftiges Sozialleben außerhalb der Arbeit, 20 Prozent leiden unter Einsamkeit.

Stark ausgeprägt ist auch die Sorge um die Familie, besonders vor Krankheitsfällen. Laut der Umfrage erhalten 40 Prozent der Befragten keine medizinischen Leistungen von ihren Unternehmen.