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Geplante Obsoleszenz von Waschmaschinen - Anzeige von Liste Pilz

Former member of the Greens Pilz addresses a news conference in Vienna
Peter PilzREUTERS
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Wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen wird die Liste Pilz Anzeige bei der EU-Kommission einbringen.

Die Liste Pilz wird wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen zur geplanten Obsoleszenz von Waschmaschinen Anzeige bei der EU-Kommission einbringen. Ein ihm zugänglich gemachtes Dokument sei ein Indiz dafür, dass sich ein Hersteller in den Niederlanden bei der Lebensdauer seiner Geräte an eine "Vorschrift" eines Händlerverbandes hält, sagte Liste-Pilz-Kandidat Sepp Eisenriegler am Freitag in Wien.

Bei dem bei der Pressekonferenz präsentierten Dokument handelt es sich nach Angaben von Eisenriegler um eine Tabelle des niederländischen Branchenverbandes UNETO-VNI, die im Jahr 2015 im Rahmen eines Waschmaschinentests von einem Hersteller per Mail übermittelt wurde. Je 100 Euro Kaufpreis soll demnach eine Waschmaschine ein Jahr halten, erläuterte Eisenriegler. Die Höchstdauer liege bei acht Jahren, "egal wie viel mehr als 700 Euro dafür verlangt wird".

"Es ist schwierig nachzuweisen, dass es Lebensdauer verkürzende Maßnahmen gibt", sagte Peter Kolba, Spitzenkandidat der Liste Pilz für Niederösterreich. Nun gebe es einen Hinweis darauf, "dass es unter Umständen zwischen Herstellern und großen Händlervertretern Kartellabsprachen gibt". Eine Rechtsanwaltskanzlei wird deshalb laut Kolba noch am Freitag eine Anzeige an die Generaldirektion für Wettbewerb bei der EU-Kommission anfertigen. Bis die Kommission diese aufgreift, könnte "durchaus einige Zeit" vergehen, fügte der ehemalige Chefjurist des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hinzu.

"Ist nicht das, was die Kunden wollen"

Eine günstige Waschmaschine um etwa 300 Euro hält laut Eisenriegler nur etwa drei Jahre. Das liege an minderwertigen Materialien, wie der Geschäftsführer eines Reparaturzentrums für Elektrogeräte anhand einer hauptsächlich aus Kunststoff bestehenden Waschmaschinentrommel demonstrierte. Ein Markengerät um 1.000 Euro könne dagegen bis zu 20 Jahre halten. Über 20 Jahre gerechnet, koste den Verbraucher das billigere Gerät doppelt so viel, betonte Eisenriegler. "Das ist nicht das, was die Kunden wollen."

"Wir halten aber fest, dass sich unsere Vorwürfe nicht an kleine Elektrohändler oder deren Vertreter in Österreich richten", sagte Kolba. Es handle sich um ein europäisches Problem. Eisenriegler sprach von einer "schleichenden Verkürzung der Nutzungsdauer". Er setze sich dafür ein, dass die zu erwartende Lebensdauer eines Elektrogeräts "auf einem eigenen Label auf jedem Gerät vermerkt wird".

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(APA)