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Bawag-Aktie startet Handel

Die Bawag-Altaktionäre reduzieren ihren Anteil auf 55,6 Prozent.
Die Bawag-Altaktionäre reduzieren ihren Anteil auf 55,6 Prozent.REUTERS
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Ab Mittwoch notiert die Aktie der Bawag an der Wiener Börse. Für die Altaktionäre bedeutet das einen Erlös von 1,9 Mrd. Euro.

Wien. Bis 14:00 Uhr konnten Interessenten gestern, Dienstag, noch Aktien der Bawag zeichnen. Heute, Mittwoch, sollen die Papiere erstmals an der Wiener Börse gehandelt werden. Zu welchem genauen Preis die Aktien schlussendlich ausgegeben wurden, stand zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest. Es zeichnete sich jedoch bereits ab, dass der Preis bei etwa 48 Euro liegen wird.

Denn die begleitenden Banken teilten Großinvestoren am Dienstag mit, dass Gebote, die darunter lägen, aller Voraussicht nach nicht berücksichtigt werden. So deuten Investmentbanker in der Regel den Preis an, auf den es bei einem Börsengang hinausläuft. Die Preisfestsetzung wäre somit am unteren Ende der Spanne von 47 bis 52 Euro, die von der Bawag als mögliches Preisband genannt wurden.

 

Bawag ist 4,8 Mrd. Euro wert

Österreichs viertgrößte Bank wird dadurch mit 4,8 Mrd. Euro bewertet. Den Altaktionären rund um den US-Fonds Cerberus, der das Finanzinstitut im Jahr 2007 um 3,2 Mrd. Euro gekauft hat, fließen dadurch ungefähr 1,9 Mrd. Euro zu. Wie berichtet gibt es im Rahmen des Börsengangs ja keine Kapitalerhöhung für die Bank. Die bisherigen Aktionäre reduzieren ihren Aktienanteil aber auf 55,6 Prozent.

Für die Wiener Börse ist der Börsengang eine freudige Nachricht nach langer Durststrecke. So gibt es nicht nur erstmals seit dem Flugzeugzulieferer FACC im Jahr 2014 wieder einen Börsengang, der Bawag IPO ist auch die größte Neuemission, die es an der Wiener Börse bisher überhaupt je gegeben hat. Bisheriger Spitzenreiter war die Strabag. Ihr Börsegang im Jahr 2007 brachte einen Emissionserlös von 1,3 Mrd. Euro.

Börse-Chef Christoph Boschan hofft daher auch, dass vom Bawag-Börsengang eine gewisse Sogwirkung auf andere Börsengänge ausgehen wird, wie er zuletzt meinte. „Die Emissionspipeline füllt sich einigermaßen“, so Boschan. Die Bawag übe eine positive Wirkung auf andere potenzielle Emittenten aus. Vorerst wird die Bank übrigens im Prime-Market notieren. Angesichts ihrer Größe dürfte sie aber schon bald in den ATX aufgenommen werden.

Profitieren wird von dem Börsegang auch das Bawag-Management. Für Vorstände und einige andere Manager gibt es ein Bonusprogramm, das schlagend wird, sobald der Kurs 50 Euro überschreitet. Dann erhalten die Manager in Summe knapp 120 Mio. Euro. (Reuters/jaz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2017)