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Innenpolitik

Kahlenberg: Türkenbelagerung und türkis-blauer Himmel

Wer Weitblick inszenieren will, liegt am Wiener Kahlenberg nicht ganz falsch.
Wer Weitblick inszenieren will, liegt am Wiener Kahlenberg nicht ganz falsch.(c) Helmut Fohringer/picturedesk.com
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Am Kahlenberg wird am Samstag die neue Koalition offiziell vorgestellt. Der 484 Meter hohe Wiener Hausberg hat einiges an Symbolik zu bieten.

Wien. Besonders groß ist die Chance auf einen (türkis-)blauen Himmel am Samstag nicht – wenn, dann ist die Wahrscheinlichkeit aber am Kahlenberg wohl am größten. So oder so: Die Kulisse wird eine Rolle gespielt haben bei der Wahl des Schauplatzes, an dem Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) diesen Nachmittag offiziell bekannt geben werden, dass ihre türkis-blaue Koalition steht. Denn auch abseits von Farbspielereien hat der Hausberg der Wiener einiges an Symbolik zu bieten. Weitblick inszeniert sich besonders gut von 484 Metern Seehöhe aus; dass das rund 300 Meter mehr sind als das rot-grüne Wiener Rathaus, könnte manchen Türkis-Blauen zusätzlich erfreuen. Und für das besonders Neue einer neuen Regierung sind nur immer neue Locations gut genug.

Auch historisch gibt der Kahlenberg, der an sonnigen Wochenenden traditionell von Ausflüglern gestürmt wird, einiges her. FPÖ-Chef Strache, der im Wien-Wahlkampf einst für ein Abendland in Christenhand kämpfte, dürfte jedenfalls nichts dagegen haben, seine Vizekanzlerschaft just an dem Ort einzuläuten, von dem aus Wien im Jahr 1683 von den osmanischen Belagerern befreit wurde. Dass es ein deutsch-polnisches Entsatzheer unter Führung des Polenkönigs Jan Sobieski war, macht den Kahlenberg bis heute zu einem beliebten Ziel für polnische Touristen: Sobieski habe, wie am Eingang des ihm gewidmeten Kirchleins zu lesen ist, damals „dem gesamten schwer beängstigten Europa Schutz und Sicherheit gewährt“.