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"Genug Zeit verschwendet": CNN bricht Interview mit Trump-Berater ab

Trump-Berater Stephen Miller (li.) und Moderator Jake Trapper (re.) lieferten sich ein Duell auf CNN.
Trump-Berater Stephen Miller (li.) und Moderator Jake Trapper (re.) lieferten sich ein Duell auf CNN.(c) Youtube/Screenshot/CNN
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Berater Stephen Miller verteidigt US-Präsident Trump gegen Vorwürfe aus dem jüngst veröffentlichten Buch "Fire and Fury" und beschwert sich über CNN. Moderator Jake Tapper reagiert prompt.

"Ein Müll-Buch von einem Müll-Autor." Das Interview, das Trump-Berater Stephen Miller CNN-Moderator Jake Tapper am Sonntagabend gegeben hat, wurde zur großen Verteidigungs-Brandrede für den US-Präsidenten - und zum im Kleinen ausgetragenen Kampf von Team Trump gegen den Sender CNN, stellvertretend für mehrere große Medien, die kritisch über den US-Präsidenten berichten.

Anlass des Interviews war das Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" von Journalist Michael Wolff, das mit massiven Vorwürfen gegen Trump für Aufruhr in Washington sorgte. Vor allem abfällige Bemerkungen von Trumps Ex-Berater Stephen Bannon nährten den Zorn der Trump-Administration. Bannon nannte Trump einen Idioten, der sich wie ein Kind aufführe.

Miller: "Fiktion"

Miller war ausgerückt, um Trump zu verteidigen. Während Wolff schreibt, das Personal im Weißen Haus würde einhellig an Trump verzweifeln, ortet Miller "tiefe Enttäuschung" des Personals über Bannons Äußerungen im Buch. Es sei "ärmlich geschriebene Fiktion". Ex-Trump-Berater Bannon sei eine "zornige, rachsüchtige Person".

Und dann holte Miller zum Schlag gegen CNN aus. Der Sender mache "hysterische Anti-Trump-Berichterstattung". Der Präsident sei ein "politisches Genie". CNN-Interviewer Tapper hingegen sei "herablassend" und "höhnisch". Doch Tapper kontert: "Ich habe keine Ahnung, warum Sie mich attackieren." Miller sei "unterwürfig" und er solle sich beruhigen. Schließlich brach Tapper das Interview mit folgenden Worten ab: "Ich denke wir haben genug Zeit unserer Zuseher verschwendet".

Kurz nach dem Interview schrieb Trump auf Twitter erneut, Wolffs Buch sei ein "Fake Book", geschrieben von einem "total diskreditierten Autor".

Bannon entschuldigt sich

Nachdem Zitate von ihm im Enthüllungsbuch über US-Präsident Donald Trump für Ärger gesorgt hatten, hat Steve Bannon sich mittlerweile sogar entschuldigt, die Zitate aber nicht dementiert. In einer der Nachrichten-Webseite Axios zugeleiteten Erklärung bekundete er nach deren Angaben zugleich "unerschütterliche Unterstützung" für den US-Präsidenten und dessen Agenda.

Er "bedaure", dass seine späte Reaktion über die "fehlerhafte Berichterstattung" bezüglich seiner Äußerungen über Donald Trump junior "die Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen des Präsidenten abgelenkt" habe, zitierte Axios am Sonntag aus einer Erklärung Bannons.

Trump legt nach

Trump hatte nach Bekanntwerden der Bannon-Zitate aus dem Buch erklärt, dieser habe "nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft" zu tun gehabt. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand", zürnte der US-Präsident. Am Freitag legte er nach und schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, bei seiner Entlassung im August habe Bannon "geweint" und "um seinen Job gebettelt". Trump halte sich für "wirklich klug", schrieb der Präsident auf Twitter.

Dem Autor wurde ungewöhnlich offener Zugang ins Weiße Haus gewährt. Wolff bezog seine Informationen aus Gesprächen mit Mitarbeitern und sogar dem Präsidenten, was Trump selbst allerdings dementierte.

Wolff legte in der NBC-Sendung "Meet the Press" aber ebenfalls nochmals gegen Trump nach. Auf die Frage, ob er Trump-freundlichere Wortmeldungen in seinem Buch unerwähnt gelassen habe, um seinen Erzählstrang nicht zu gefährden, antwortete er: "Sollte ich etwas ausgelassen haben, dann waren es vermutlich noch ärgere Dinge. So schlimm ist es."

(Reuters/APA/AFP/Red.)