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Verdacht erhärtet: Deutsches Geld für Kärntner Stadion

(c) APA (Barbara Gindl)
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Der Korruptionsverdacht erhärtet sich: Die Berliner BayernLB-Tochter dürfte in Sponsorzahlungen involviert gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als zehn Beschuldigte.

Die krisengeschüttelten BayernLB kommt nicht aus den Schlagzeilen: Bei laufenden Ermittlungen zu Millionenzahlungen für das Kärntner Fußball-Stadion hat sich nun der Korruptionsverdacht erhärtet.Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Der verstorbene Kärntner Ex-Landeshauptmann Jörg Haider soll 2007 Sponsorzahlungen zur Bedingung für den Verkauf der Hypo Alpe Adria (HGAA) an die BayernLB gemacht haben, die "Presse" hat darüber berichtet. Inzwischen ermittle die Staatsanwaltschaft gegen mehr als zehn Beschuldigte: neben damaligen Vorstandsmitgliedern auch gegen Beschäftigte der Landesbank und deren Berliner Tochterbank DKB, die in die Sponsorzahlungen verwickelt sein sollen.

Geld für den Kauf des FC Kärnten von der Hypo

In Österreich gab es gegen den Verkauf der Hypo Alpe Adria an die BayernLB Widerstand, den Haider aber beiseite räumte. Auch das Geld für den Kauf des SK Austria Kärnten kam laut Zeitungsbericht von der Hypo: Da der lokale Fußballklub FC Kärnten von einem Aufstieg in die Bundesliga weit entfernt war und Haider nicht solange warten wollte, kaufte er sich die Lizenz des oberösterreichischen Klubs Pasching. Die Hypo sponserte das nach ihr benannte Stadion und zahlte im Juni 2007 einen Zehn-Jahres-Vertrag auf einen Schlag mit fünf Millionen Euro aus.

Das war der damals schon klammen HGAA offenbar nur möglich, weil die BayernLB-Tochter DKB einsprang, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die DKB ging demnach eine "Unterbeteiligung" an dem Sponsorvertrag der Hypo Alpe Adria für das Stadion ein. Zwei Millionen Euro flossen 2009 letztlich trotz der Widerstände von DKB-Verantwortlichen von Berlin nach Kärnten. In Kreisen der BayernLB wird laut "Süddeutscher Zeitung" eingeräumt, die DKB habe für ihr Geld keine Gegenleistung bekommen, das Sponsoring sei nur ein Alibi für die Überweisung gewesen. Damit könne neben Korruption auch Veruntreuung von Bankvermögen vorliegen, hieß es. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(Ag.)