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Einblicke in die Blackbox Mensch

(c) Pixabay
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Kommunikation. Das Process Communication Model soll helfen, Kommunikationstechniken auf die Persönlichkeitsprofile der Beteiligten abzustimmen.

Mit unterschiedlichen Persönlichkeiten unterschiedlich zu kommunizieren sagt sich leicht, ist aber weder selbstverständlich noch einfach. Verschiedenste Modelle wollen dabei helfen. Eines davon taucht in der jüngeren Vergangenheit auch in Österreich vermehrt auf: das Process Communication Model (PCM) – auch wenn es nicht gerade neu ist.

Vor rund 40 Jahren entwickelte der US-amerikanische Psychologe Taibi Kahler Kahler ein Kommunikations- und Persönlichkeitsmodell, das aufgrund von bestimmten Kommunikationsmustern Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulässt. Das Modell war so erfolgreich, dass unter anderem die Nasa darauf aufmerksam wurde und es für den Selektionsprozess im Raumfahrtprogramm einsetzte. Durch das Tool konnte die Eignung der Kandidaten schneller erkannt werden und war dabei in seiner Aussage bestehenden Werkzeuge der US-Weltraumagentur überlegen.

Für Motivation, gegen Stress

Auf Grund dessen wurde das Modell weiterentwickelt und für die Wirtschaft adaptiert. PCM hilft nicht nur im Berufsleben, sondern in allen täglichen Interaktionen, sowohl Motivatoren richtig einzusetzen, als auch Stressfaktoren zu erkennen und abzubauen.

Die Leistung von PCM sieht Jürgen Pfeiler, Geschäftsführer von Corporate Culture Consulting, darin, „dass hier nicht nur die Persönlichkeit analysiert wird, sondern auch die entsprechenden Kommunikationstechniken dazu vermittelt werden“. Man kann es als Missing Link zwischen den verschiedensten Management- und Kommunikationstechniken sehen.

Kahler hatte sechs verschiedene Persönlichkeitstypen herausgearbeitet, von denen manche stärker und manche schwächer ausgeprägt sind: den Empathiker, den Beharrer, den Rebellen, den Logiker, den Macher und den Träumer. In den Trainings geht es entsprechend darum, sich selber besser kennenzulernen und besser zu steuern. Zudem darum, das jeweilige Gegenüber mit Sprache, Wortwahl, Tonfall, Mimik, Gestik und Körperhaltung in der jeweiligen Situation besser einzuschätzen. Um es etwas überzogen zu sagen: Es geht darum, Einblicke in die Blackbox Mensch.

O. k.-O. k.-Haltung erzielen

Ziel von PCM sei, sagt Pfeiler, die Kommunikation, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld, zu verbessern, Ziele des Gegenübers zu erfragen und Ziele gemeinsam zu erreichen. Denn mit den effizient und effektiv eingesetzten Kommunikationsvarianten soll das Gegenüber ja nicht über den Tisch gezogen werden.

„Es geht um langfristige Beziehungen“, sagt Pfeiler. Um so etwas wie eine positive O. k.-O. k.-Haltung. Daher sei es auch so wichtig, über die Motivatoren und vor allem Stressoren Bescheid zu wissen. Denn das genau bedeute Führung: „Sich auf andere Menschen einzulassen, ihre Stärken zu erkennen, zu fördern und entsprechend einzusetzen“, sagt Pfeiler. (mhk)


[OBDSU]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2018)