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TAG: „Helden“, nicht nur von David Bowie

Mit Musik und Melancholie: Raphael Nicholas spielt den kostümierten Strippenzieher.
Mit Musik und Melancholie: Raphael Nicholas spielt den kostümierten Strippenzieher.(c) Anna Stöcher

Kritik„Unterm Strich“, sehr lose angelehnt an den „Jahrmarkt der Eitelkeit“, erzählt im Zeitreiseformat von Menschen, die gerne Helden geworden wären. Ein turbulenter Theaterabend.

In zotteliger weißer Perücke, Rüschenhemd und Gehrock steht er da, der Strippenzieher des Abends, und haut die Finger in die Tasten seines Akkordeons: „Heroes“ von David Bowie. Ein Lied, das die Darsteller später auch a cappella anstimmen werden. Die Zeilen bleiben Wunschtraum, diese Figuren werden keine Helden, auch nicht „just for one day“, das hat der Autor der literarischen Vorlage schon im Untertitel klargemacht. William Makepeace Thackerays englischer Gesellschaftsroman „Jahrmarkt der Eitelkeit“ ist eine „Novel without a Hero“. „Unterm Strich“, die neue Produktion im Theater an der Gumpendorfer Straße, hat sich aus dem 170 Jahre alten Wälzer zwar nur Inspiration für die Figuren und die grobe Konstruktion genommen – ein Spielleiter auf einem Jahrmarkt, der die Handlung als Puppenspiel erzählt und moralisierend kommentiert –, heldenhaftes Verhalten bleibt aber auch hier Mangelware.