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Salzburger Festspiele: Erste Einblicke in "Die Perser"

FOTOPROBE: 'MARIA STUART'
APA/HERBERT NEUBAUER
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Regisseur Rasche geht mit seinem Maschinentheater an die Grenze des Machbaren im Landestheater: "Es wird kein alter König aus dem Grab gerufen".

Noch drei Wochen bis zur offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele, hinter den Kulissen wird aber bereits intensiv geprobt. Ulrich Rasche, Regisseur von Aischylos' "Die Perser" (Premiere: 18. August), ist derzeit mit der technischen Einrichtung der Bühne im Landestheater beschäftigt. Bei einem Hintergrundgespräch vor Journalisten gab er am Mittwoch erste Einblicke in die Produktion.

Mit zwei Scheiben, die sich permanent drehen, geht der für sein Maschinentheater bekannte Regisseur im Salzburger Landestheater an die Grenze des technisch Machbaren. "Es ist ein unglaublicher Aufwand, der da dahintersteckt", sagte Rasche. Dieser sei nur durch die Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen möglich. Das deutschsprachige Theater könne sich sonst solche Arbeiten nicht mehr leisten.

Eine der Scheiben ist den Frauen vorbehalten, die andere jene, wo sich die Männer ihren Kampf liefern. Dadurch werde deutlich, dass "die Konsequenz des Handelns der Männer von den Frauen getragen werden muss". "Die Perser" zeigten, wie schnell gesellschaftliche Errungenschaften wie Bildung oder Demokratie verloren gehen könnten. Er habe das Gefühl, dass wir verlernt hätten, kurz anzuhalten und nachzudenken. "Wir reagieren reflexartig und gehen angstgetrieben weiter", beobachtet Rasche.

Mit Katja Bürkle und Valery Tscheplanowa, die den Chor des persischen Ältestenrates spielen, und Patrycia Ziolkowska, die die Königsmutter Atossa verkörpert, hätte er "sehr intelligente, selbstbewusste und moderne Frauen" als Schauspielerinnen. Durch sie sei er auf die Idee gekommen, dass es die Frauen - und nicht der ehemalige König - sein müssten, die sagen, wie es nach der verlorenen Schlacht weitergehe. "Es wird kein alter König aus dem Grab gerufen", sagte Rasche.

Es stimme nicht, dass er immer nur mit Männern arbeite, meinte der Regisseur: "Die Analyse der Männerwelt habe ich jetzt satt." In Zukunft werde er mehr mit Frauen arbeiten. In Salzburg inszeniert er zum ersten Mal. Er genieße die Atmosphäre und sehe eine große Wertschätzung gegenüber künstlerischer Arbeit, meinte der Regisseur, der sich schon auf den Probenbeginn im Landestheater freut.

(APA)