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Kritik an Rückkehr der Ziffernnoten

Besonders viel Widerstand regt sich gegen die Vorgabe, dass ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse Volksschule Ziffernnoten zu vergeben sind.
Besonders viel Widerstand regt sich gegen die Vorgabe, dass ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse Volksschule Ziffernnoten zu vergeben sind.(c) Michaela Bruckberger
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Die Begutachtungsfrist zum Pädagogikpaket läuft aus.

Wien. Bereits als das von der Regierung beschlossene Pädagogikpaket in Begutachtung geschickt wurde, hagelte es Kritik: Von einer „Rückkehr in die Nachkriegszeit“, einem „Zurück in die 50er-Jahre“ und einem „Rückschritt als neuem Fortschritt“ sprach die Opposition. Am Freitag endet die Begutachtungsfrist. In dieser äußerten sich nun Landesschulräte, Gewerkschafter sowie einzelne Lehrer und Direktoren skeptisch.

Besonders viel Widerstand regt sich gegen die Vorgabe, dass ab dem Jahreszeugnis der zweiten Klasse Volksschule Ziffernnoten zu vergeben sind. Kritiker sehen damit in ihren Stellungnahmen jahrelanges Engagement für alternative Beurteilungsformen zunichtegemacht. Der burgenländische Landesschulrat warnt in diesem Zusammenhang vor Demotivation der Pädagogen. Der Vorarlberger Landesschulrat und die Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) fordern, dass Schulen auf Wunsch zumindest bis zum Semesterzeugnis der dritten Klasse Volksschule auf Ziffernnoten verzichten dürfen.

 

Leistungsgruppen kommen

Skeptisch wird auch die Möglichkeit fixer Leistungsgruppen an den Neuen Mittelschulen (künftig laut Plan: „Mittelschulen“) ab der sechsten Schulstufe gesehen: Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich betont, dass dies für schwächere Schüler eher Nachteile bringen, während der Nutzen für leistungsstärkere Schüler umstritten sei. Auch der Tiroler Landesschulrat erwartet mit Verweis auf Bildungsstudien, dass „sozial schwächer gestellte Kinder und Jugendliche“ benachteiligt werden – vor allem, weil diese Trennung schon in der sechsten Schulstufe möglich sein soll.

Dass die derzeit in der NMS übliche siebenteilige Notenskala abgeschafft werden soll, dürfte offenbar niemanden stören. In den Stellungnahmen werden allerdings Nachschärfungen bei der geplanten neuen Version gefordert. Künftig soll es nämlich zwei parallel laufenden fünfteilige Notenskalen geben – von Sehr gut bis Nicht genügend auf den Niveaus „Standard“ beziehungsweise „AHS-Standard“. (APA/j. n.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2018)