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Dominic Thiem und der speziellste Tennisklub der Welt

Dominic Thiem trifft am Dienstag erstmals seit 2016 wieder auf Roger Federer.
Dominic Thiem trifft am Dienstag erstmals seit 2016 wieder auf Roger Federer.(c) APA/AFP/GLYN KIRK (GLYN KIRK)
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24 Profis können gegen Roger Federer eine positive Bilanz aufweisen, Dominic Thiem ist einer davon. Dienstagabend kommt es bei den Finals in London zu einem richtungsweisenden Duell.

London/Wien. Roger Federer hat in seiner Profikarriere 1438 Matches im Einzel bestritten, 1178 Siege stehen 260 Niederlagen gegenüber. Für zwei dieser Niederlagen zeichnet Dominic Thiem verantwortlich. Der Niederösterreicher bezwang den 20-fachen Grand-Slam-Champion in Rom (Sand, 7:6, 6:4) und Stuttgart (Rasen, 3:6, 7:6, 6:4). Federer siegte in Brisbane (Hartplatz, 6:1, 6:4), alle drei Duelle wurden 2016 ausgetragen.

Am Dienstagabend (21 Uhr, live Sky) treffen Federer und Thiem in der Londoner O2-Arena zum vierten Mal aufeinander, der Vergleich ist von enormer Bedeutung.

Nach Niederlagen gegen Kei Nishikori bzw. Kevin Anderson stehen beide Akteure unter enormem Druck, nur der Sieger darf sich noch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im Semifinale der World Tour Finals, dem Abschlussturnier der acht besten Spieler des Jahres, machen. Während Thiem bei seinen zwei vorangegangenen Anläufen in Englands Hauptstadt jeweils bereits in der Gruppenphase gescheitert war, verpasste Federer bei 15 Teilnahmen nur ein einziges Mal das Halbfinale.

Allerdings stand Montagnachmittag hinter der Fitness des 37-Jährigen ein großes Fragezeichen. Der Basler hatte sein Training am spielfreien Tag überraschend abgesagt.

 

Rot-weiß-rote Sternstunden

Neben Thiem gelang es mit Jürgen Melzer und Stefan Koubek zwei weiteren Österreichern, Federer einmal zu bezwingen. Der ehemalige Weltranglisten-Achte Melzer schlug seinen Wegbegleiter (beide 1981er-Jahrgang) im Monte-Carlo-Viertelfinale 2011 mit 6:4, 6:4, die vier übrigen Vergleiche gewann allesamt Federer.

Koubek gewann gleich das erste Duell mit dem vierfachen Familienvater, 2001 siegte der Kärntner in der Wiener Stadthalle (Viertelfinale, 7:6, 7:5). In den vier noch folgenden Matches blieb Federer ohne Satzverlust. 25 Mal und damit so häufig wie keinem anderen Spieler gelang es Novak Djoković, den Platz gegen den langjährigen Branchenprimus als Sieger zu verlassen.

Zuletzt standen sich die beiden Dauerrivalen im Halbfinale von Paris-Bercy gegenüber, Djoković triumphierte im Tiebreak des dritten Satzes. Der bis dato letzte Erfolg über den aktuellen Weltranglisten-Ersten gelang Federer vor exakt drei Jahren in der Gruppenphase der World Tour Finals. Der 31-jährige Serbe ist neben Thiem übrigens der einzige Spieler bei den World Tour Finals, der gegen Federer eine positive Bilanz vorzuweisen hat.

Insgesamt können sich aktuell 24 Spieler damit rühmen, gegen Roger Federer mehr Matches gewonnen als verloren zu haben (siehe Liste am Ende des Artikels, Anm.). Neben Djoković und Thiem sind nur Rafael Nadal (23:15), der Australier Thanasi Kokkinakis (1:0) und der Russe Jewgeni Donskoi (1:0) noch aktiv.

Der Kreis an Spielern umfasst auch einige weitgehend unbekannte wie etwa den Deutschen Markus Hantschk (bestes Ranking: 71) oder den Australier James Sekulov (bestes Ranking: 123). Hantschk hatte seinen rückblickend großen Auftritt in der ersten Runde des ATP-Turniers in St. Pölten 2000. Der Rechtshänder aus Dachau hielt sich beim 6:2, 6:1 gegen den damaligen Weltranglisten-54. nur 54 Minuten auf. Sekulov, die damalige Nummer 191, besiegte Federer, Nummer 40, in Indianapolis 2000 mit 6:4, 7:5. Es sollte einer von fünf Matcherfolgen Sekulovs auf der ATP-Tour sein.

 

Marach gewinnt Auftaktspiel

Nach Niederlagen für Thiem und Alexander Peya markierte Doppelspezialist Oliver Marach am Montag den ersten Sieg eines Österreichers in London. Marach und der Kroate Mate Pavić schlugen die Franzosen Herbert/Mahut 6:4, 7:6.

 

Liste der 24 Spieler mit einer positiven Bilanz gegen Roger Federer

Novak Djoković (SRB) 25:22, Rafael Nadal (ESP) 23:15, Dominic Thiem (AUT) 2:1, Thanasi Kokkinakis (AUS) 1:0, Jegweni Donskoi (RUS) 1:0, Lucas Arnold Ker (ARG) 1:0, Byron Black (ZWE) 1:0, Sergi Bruguera (ESP) 1:0, Kenneth Carlsen (DAN) 1:0, Francisco Clavet (ESP) 1:0, Alex Corretja (ESP) 3:2, Thomas Enqvist (SWE) 3:1, Wayne Ferreira (RSA) 2:1, Andrea Gaudenzi (ITA) 1:0, Markus Hantschk (GER) 1:0, Dominik Hrbatý (SVK) 2:1, Jewgeni Kafelnikow (RUS) 4:2, Gustavo Kuerten (BRA) 2:1, Andrij Medwedjew (UKR) 1:0, Patrick Rafter (AUS) 3:0, James Sekulov (AUS) 1:0, Jan Siemerink (NED) 1:0, Franco Squillari (ARG) 2:0, Christophe Van Garsse (BEL) 1:0.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2018)