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EVP-Spitzenkandidat beginnt "Zuhör-Tour" in Auschwitz

Besucher am Gelände des KZ Auschwitz-Birkenau
Besucher am Gelände des KZ Auschwitz-BirkenauAPA/HELMUT FOHRINGER

Manfred Weber will mit seinem Besuch zeigen, dass er sich als Deutscher in der Verantwortung für frühere Gräuel sehe "und Europa die Antwort auf diesen Wahnsinn ist".

Der Chef der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, beginnt heute eine europaweite "Zuhör-Tour". Ihren Anfang nimmt die Reise im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Damit wolle er deutlich machen, dass er sich als Deutscher in der Verantwortung für frühere Gräuel sehe "und Europa die Antwort auf diesen Wahnsinn ist", sagte Weber.

Zugleich bekannte er sich zu einer weiteren Demokratisierung der EU. Sollte er EU-Kommissionspräsident werden, werde er dem Europäische Parlament ein indirektes Initiativrecht für Gesetzesvorhaben geben.

Hauptgegner ist das Gespenst des Nationalismus"

Weiters ortete Weber im erstarkenden Nationalismus als größte Gefahr bei den Europawahlen im Mai 2019. "Der Hauptgegner ist das Gespenst des Nationalismus", sagte der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) in Berlin.

Die Bedrohungen für Europa seien so groß "wie seit dem Zweiten Weltkrieg" nicht mehr. Gefahr drohe dabei nicht nur von außen, sondern auch von innen durch integrationsfeindliche Parteien. Der CSU-Politiker Weber attackierte in diesem Zusammenhang vor allem die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland). "Die AfD ist die Brexit-Partei Deutschlands", sagte Weber.

Die EVP ist derzeit die größte Fraktion im Europäischen Parlament und liegt in Umfragen deutlich vorne. Sollte die EVP erneut stärkste Kraft werden, erhebt Spitzenkandidat Weber Anspruch auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Er werde sich aber nicht mit den Stimmen rechtsradikaler Parteien wählen lassen, sondern setze auf ein Bündnis der europafreundlichen Kräfte, betonte er.

 

(APA/Reuters)