Umstrittener Aufklärungsverein noch immer in Schulen aktiv

(c) Clemens Fabry

Die Salzburger Homosexuelleninitiative drängt das Ministerium, das Ergebnis der Prüfung offenzulegen. Der Verein soll Homosexualität als Störung bezeichnet haben.

Vor einem halben Jahr war der Wirbel groß: Dass ein Verein, der in Schulen Sexualkundeworkshops durchführt, angeblich gegen Homosexualität, gegen Masturbation und gegen Sex vor der Ehe ist, löste eine breite Debatte aus. Die Salzburger Bildungsdirektion untersagte dem Verein laut Hosi, bis zu einer Entscheidung des Bildungsministeriums in Schulen zu arbeiten. Das Bildungsministerium von Heinz Faßmann (ÖVP) kündigte an, den Verein zu prüfen. Nun kritisiert die Salzburger Homosexuelleninitiative (Hosi), dass nach sechs Monaten noch immer nichts passiert ist.

„Teenstar ist weiter an Schulen tätig“, heißt es in einer Aussendung der Hosi. Die Initiative kritisiert, dass in parlamentarischen Anfragebeantwortungen zwar die Rede davon sei, dass der Verein vom Ministerium geprüft worden sei. „Auf die Frage nach den Ergebnissen dieser Prüfung gibt das Bildungsministerium aber keine Auskunft. (…) Das Bildungsministerium betreibt ein Spiel auf Zeit zugunsten von Teenstar.“ Die Salzburger Hosi fordert daher nun, dass die Erkenntnisse zur Überprüfung des Aufklärungsvereins offen gelegt werden. Kritik kommt auch von den Neos und von der SPÖ.

Evaluierung demnächst abgeschlossen

Eine Evaluierung der Tätigkeit von Teenstar werde erst demnächst abgeschlossen sein, hieß es aus dem Bildungsministerium. Derzeit arbeite man an einem Erlass, der prinzipiell die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Organisationen regle, betonte man. Das betreffe sowohl die Sexualkunde als auch andere Themen.

Als Reaktion auf Teenstar seien die Bildungsdirektionen bereits im Herbst aufgefordert worden, flächendeckend zu erheben, an welchen Standorten sexualpädagogische Workshops durch externe Anbieter geplant sind bzw. durchgeführt werden sowie durch die Schulaufsicht detaillierte Unterrichtsbeobachtungen vorzunehmen. In Anfragebeantwortungen zu dem Thema hielt Minister Faßmann fest, dass die Entscheidung über die Einbeziehung von außerschulischen Personen in den Unterricht den Lehrern bzw. der Direktion am jeweiligen Standort obliege. 

(red./APA)

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