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Bühne

Schauspielhaus Wien: Mit dem Rollkoffer durchs All – zurück in den Kommunismus

(c) Schauspielhaus Wien/Matthias Heschl
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KritikSean Keller, Videokünstler und Autor, mischte für sein Stück „Sommer" wortreich Krauses zum Rätselspiel: Genies, Geister und den Mond. Wer so etwas mag, kann sich bei Elsa-Sophie Jachs Inszenierung einer Gruppe temperamentvoller Frauen leidlich amüsieren.

Als der erste Amerikaner auf dem Mond landet, findet er dort einen Chinesen vor. Frustriert fragt er: „Wo ist deine Rakete?" Der Chinese stapelt seine Fäuste zu einer Räuberleiter übereinander und grinst: „Nix Rakete. Chinese, Chinese, Chinese." Dieser politisch unkorrekte Witz wurde erzählt, lang bevor Neil Armstrong den Mond betrat.

Das geschah 1969, vor 50 Jahren. Nicht nur das Naturhistorische Museum wird sich heuer dem Erdtrabanten widmen, auch viele andere. Wiens Schauspielhaus tut es schon jetzt. Es treibt sich gern auf dem Abenteuerspielplatz der Utopien und Apokalypsen herum, nicht zuletzt, weil sein Publikum teilweise aus Film- und Pop-Fans besteht, die mit Fantasy über den Kosmos aufgewachsen sind. Sean Keller (26), vor allem als Bühnenbildner und Videokünstler tätig, greift in seinem Stück „Sommer", das Samstag uraufgeführt wurde, sehr hoch zu den Sternen. Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß und der österreichische Astronom Joseph Johann von Littrow, Initiator der neuen Wiener Universitätssternwarte, dienen als Theorieunterbau für folgende Geschichte: Im Jahr 3000 lebt ein Teil der Menschen im Universum, ein anderer schlägt sich mit den miesen Bedingungen auf der Erde herum.