Neos starten Whistleblower-Plattform gegen "Sumpf der Wirtschaftskammer"

PROTESTAKTION VON HANDEL-BETRIEBSRAeTEN VOR DER WKOe
Neos wollen Beweise für Misswirtschaft in der WKO sammeln.APA/ROBERT JAEGER

Neos-Wirtschaftssprecher Schellhorn will Beweise für die Misswirtschaft in der Wirtschaftskammer sammeln. Die WKO sitze auf einem Milliardenvermögen.

Die NEOS werfen der Wirtschaftskammer "strukturelle Korruption" und "indirekte Parteienfinanzierung" vor - allerdings "fehlen nach wie vor handfeste Belege dafür", wie sie am Montag in einer Aussendung einräumten. Beweise für Misswirtschaft in der WKO wollen sie nun über ihre neue Whistleblower-Plattform https://wkoleaks.at sammeln, die NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn heute präsentierte.

Die Wirtschaftskammer sitze auf einem Milliardenvermögen, das allerdings vielfach nicht zum Wohle ihrer "Zwangsmitglieder" eingesetzt werde, kritisierten Schellhorn und UNOS-Bundessprecher Michael Schuster am Montag in einer Pressekonferenz.

WKO: Durch Rechnungshof geprüft

Bei der Diffamierung durch Schellhorn gehe es nicht mehr um sachliche Kritik, kritisiert WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf, sondern nur mehr um Beschimpfen und Vernadern, wenn „ohne handfeste Belege“ (Zitat NEOS) von „struktureller Korruption“ oder von einem „Sumpf“ die Rede ist. Aber ein beleidigender Debattenstil richtet sich ohnedies von selbst.“ Er verweist darauf, dass die Wirtschaftskammer-Organisation nicht nur von einem internen Kontrollamt, sondern auch vom Rechnungshof geprüft wird. 

Laut Schellhorn nehme die Wirtschaftskammer jährlich 992,7 Mio. Euro an Zwangsbeiträgen ein und die Wirtschaftskammern hätten ein Vermögen von rund 1,5 Mrd. Euro angehäuft, doch würde die Beiträge "im Sumpf der Wirtschaftskammer versickern", heißt es in einer Aussendung. So gebe es beispielsweise "Luxusbudgets" für Betriebsausflüge der Wirtschaftskammer.

Die NEOS rufen daher dazu auf, sie über Missstände und Korruption in der Wirtschaftskammer zu informieren. Sie haben dafür ein eigenes Postfach eingerichtet, man kann ihnen aber auch PGP-verschlüsselte E-Mails (wkoleaks@neos.eu) schicken oder sie über den Messenger Signal (+43 664 8878 2499) kontaktieren.