Warum Reinhold Messner ein Konzert von Jovanotti verhindern will

Reinhold Messner
Der ehemalige Extrembergsteiger Reinhold Messner.APA/dpa

"Wir müssen die Berge respektieren": Ein geplantes Konzert des italienischen Sängers am Kronplatz sorgt für einen öffentlich ausgetragenen Streit.

Der italienische Musiker Jovanotti hat für seine "Jova Beach Party 2019“ - wie der Name schon verrät - eigentlich nur Stopps an italienischen Stränden geplant. Nur in Südtirol wählt der bekannte Liedermacher mangels Meereszugang eine andere Kulisse: nämlich den Kronplatz, ein 2275 Meter hoher Berg im Pustertal.

Das führt nun zu einem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen dem Musiker und dem ehemaligen Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner: „Wenn ich es könnte, würde ich das Konzert verbieten", sagt er laut der italienischen Tageszeitung „La Repubblica". Ein solches Event „hat in den Bergen nichts verloren". Auf einen Gipfel würde man immerhin wandern, um zur Ruhe zu kommen. „Wir müssen die Berge respektieren und nicht kommerzialisieren.“ Dass er, Messner, selbst am Kronplatz sein Messner Mountain Museum errichtet hat, sei kein Widerspruch, meint er. Er wolle damit den Menschen die Kultur der Berge näher bringen.

WWF nimmt Jovanotti in Schutz

Die Umweltschutzorganisation WWF - mit der Jovanotti im Rahmen seiner Tour zusammenarbeitet - reagierte auf Messners Kritik. Man sei überrascht über seine Äußerungen und würde auf die Umwelt Rücksicht nehmen, genau deswegen habe man den Kronplatz für das Konzert gewählt. Der Platz sei bereits auf den Massentourismus ausgerichtet. Ein anderes geplantes Konzert an einem italienischen Strand habe man hingegen bereits wegen Umweltbedenken abgesagt.