Job-Event

Bewerbungsgespräch in der Lounge

Marx Halle/ Generali

Es ist kein Speeddating für Jobvermittlung: Und trotzdem sollen 5000 Jobsuchende am 4. Juni in Wien die Chance bekommen, sich bei mehr als 80 Unternehmen zu bewerben.

Das Spiel von Angebot und Nachfrage funktioniert in vielen Fällen sehr gut. Wenn es allerdings um Jobs geht, dann passiert es, dass das Matching doch nicht so gut klappt. Dass Akademiker, Fachkräfte, Eltern nach der Karenz, ältere Menschen oder solche, die sich beruflich neu orientieren wollen/müssen, doch nicht so leicht einen Job finden.

Ein Problem, dessen sich Bernhard Ehrlich mit dem „10.000 Chancen“-Job-Day am 4. Juni in Wien annimmt. Ehrlichs Anliegen ist, Menschen, die schon länger Arbeit suchen, unbürokratisch den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen. Sein Ziel ist, an einem Tag möglichst viele Jobsuchende mit möglichst vielen potenziellen Arbeitgebern in Kontakt, an einen Tisch bzw. in eine Lounge zu bringen. „Die in vielen Unternehmen möglicherweise bestehenden Vorbehalte gegenüber erfahrenen Menschen werden durch persönliche Kontakte, direkte Gespräche und konkrete Erfahrungen abgebaut“, sagt er.

Mehr als 80 Arbeitgeber erwartet er, darunter die kleine Galerie Holzer ebenso wie die Handelskette Rewe. Daneben werden in der Marx-Halle u. a. Ströck, Burger King, die Hotels Sacher und Hilton, die Strabag oder die ÖBB in Summe mehrere Tausend Jobs den mehr als 5000 Arbeitssuchenden, die zum Teil über Einladung des AMS am Job-Day teilnehmen, anbieten. Jeweils 500 Bewerbungsgespräche können so in eigens dafür eingerichteten Lounges zeitgleich durchgeführt werden. Wobei das mit den Lounges wörtlich zu nehmen ist: In entspannter Atmosphäre soll es möglich sein, über zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen. Gleich, ob es sich dabei um eine Ausbildung für Optiker der Generation 50 plus handelt, wie sie Hartlauer anbietet, oder um Programmierer, die Java, J2EE, JavaScript, HTML5, CSS3, Angular, SQL beherrschen, wie etwa Infrasoft Datenservice sie sucht.

Fachkräfte und Manager

Eingeladen, dabei zu sein, sagt Ehrlich, „sind alle arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen: von der Hilfskraft über die Fachkraft bis zum Manager“. Die Jobs reichen vom Küchenpersonal bis zu IT-Jobs. Die Post etwa hält u. a. Ausschau nach Juristen, die Wiener Städtische nach Versicherungsmathematikern, Hilton Hotels nach HR Executives.

Teilnehmer, die beispielsweise über das Arbeitsmarktservice AMS oder den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds Waff eingeladen sind, können ein zusätzliches Service in Anspruch nehmen: Aufgrund ihrer Qualifikationen und Potenziale werden für sie Gesprächstermine beim „10.000 Chancen“-Job-Day reserviert, um Missmatching einzuschränken und Bewerberstaus zu verhindern, wie Ehrlich sagt. Zudem würden sie schon im Vorfeld einen genauen Überblick über die vorhandenen Angebote bekommen.

Allen, die zum Job-Day kommen, empfiehlt Ehrlich eines: „Ab sieben Uhr mit ausreichend vielen Lebensläufen in der Marx-Halle einchecken und nach Lust unkonventionell bewerben.“


[PD3H0]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.04.2019)