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Geht die Deutsche Bank fremd?

FILE PHOTO: Outside view of the Deutsche Bank and the Commerzbank headquarters in Frankfurt
REUTERS

Mitten in den Fusionsgesprächen mit der Commerzbank wird bekannt, dass die Deutsche Bank prüft, ihre Vermögensverwaltung mit der Schweizer UBS-Sparte zusammenzulegen.

Seit fast zwei Monaten verhandeln die Spitzen von Deutscher Bank und Commerzbank über eine mögliche Fusion. Ein Ergebnis - welcher Art auch immer - soll noch diese Woche offiziell gemacht werden. Aber wer weiß, vielleicht kommt alles ganz anders: Denn mitten in die heiße Phase der Fusionsgespräche platzt ein Bericht der „Financial Times", wonach die Deutsche Bank ihre Fühler auch in eine andere Richtung ausgestreckt haben soll: Sie erwägt demzufolge einen Zusammenschluss ihrer Vermögensverwaltung DWS mit der entsprechenden Sparte der Schweizer Konkurrentin UBS.

Derzeit fänden "ernsthafte" Verhandlungen zwischen den beiden Geldhäusern statt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Gespräche liefen schon seit zwei Monaten. Die beiden Asset-Management-Sparten kämen zusammen auf ein verwaltetes Vermögen von rund 1,4 Billionen Euro. UBS, Deutsche Bank und DWS wollten den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" hatte Anfang April berichtet, dass die UBS verschiedene Optionen für ihr Asset-Management-Geschäft prüfe. Dazu zählten auch ein Teilverkauf oder eine Fusion. UBS habe im Zuge dessen auch eine Übernahme der Deutsche-Bank-Tochter DWS erwogen, um diese mit der eigenen Sparte zusammenzuführen und das fusionierte Geschäft dann abzuspalten.

Was die Fusion mit der Commerzbank betrifft, erwarten Insider am Freitag Neuigkeiten. Da präsentiert das größte deutsche Geldinstitut seine Quartalszahlen. Die übrigens nicht gerade berauschend sein dürften: Erwartet wird ein 75prozentiger Rückgang des Nettogewinns und ein neunprozentiges Minus beim Umsatz. 

Credit Suisse verdient gut

Der andere Schweizer Konkurrent Credit Suisse ist indes dank des florierenden Vermögensverwaltungsgeschäfts gut ins Jahr 2019 gestartet. Der Gewinn des zweitgrößten Schweizer Instituts stieg auf 749 (Vorjahresperiode 694) Millionen Franken, teilte die Bank mit. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Überschuss von 692 Millionen Franken gerechnet. Während der Handelskonflikt zwischen den USA und China das Investmentbanking bremste, lief es im Vermögensverwaltungsgeschäft rund. Die Division International Wealth Management fuhr einen rekordhohen Vorsteuergewinn von 523 Millionen Franken ein. Im Gesamtjahr peilt Credit Suisse weiterhin einen Gewinn von rund vier Milliarden Franken an.

(reuters)