Rihanna lanciert Luxusmodelabel mit LVMH

(c) APA/AFP/PATRICK KOVARIK (PATRICK KOVARIK)

Nach über 30 Jahren gründet LVMH ein neues Label und das noch dazu mit Sängerin Rihanna. In mehrfacher Hinsicht ist das ein beachtlicher Schritt.

Was lange spekuliert wurde, ist jetzt offiziell: Musikerin Rihanna wird zusammen mit dem Luxusmodekonglomerat LVMH eine eigene Modemarke auf den Markt bringen. Fenty Maison, so der Name, reiht sich damit in die Riege von Louis Vuitton, Dior, Celine oder Givenchy ein. Marken, die ebenfalls zu LVMH gehören.

Im Rahmen der Paris Fashion Week wird die erste Kollektion präsentiert werden. Es soll sich um Ready-to-Wear-Mode, Schuhe und Accessoires handeln. Fenty lautet der Nachnahme von Rihanna, mit ihrer Kosmetiklinie Fenty Beauty, die ebenfalls zum Konzern LVMH gehört, ist sie bereits sehr erfolgreich.


"Jeder kennt Rihanna als eine wundervolle Sängerin, aber durch unsere Partnerschaft mit Fenty Beauty habe ich herausgefunden, dass in ihr eine echte Unternehmerin, ein echter CEO und eine tolle Chefin steckt", erklärte Bernard Arnault, CEO von LVMH in einer Aussendung.

Neugründung seit über 30 Jahren

Die neue Modemarke ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Seit 1987, als Christian Lacroix ins Leben gerufen wurde, ist Fenty das erste Label, das von LVMH gegründet wird. Bisher hat man sich eher auf die Wiederbelebung traditioneller Marken konzentriert. Außerdem wird Rihanna die erste Frau sein, die mit LVMH ein Label gründet und die erste nichtweiße Frau an der Spitze einer Marke, die zu LVMH gehört.

Mit Fenty Maison setzt LVMH nun auf Prominenz statt klassischer Modeausbildung. Doch die scheint Rihanna sowieso nicht zu brauchen. Sie scheint ein untrügliches Gespür für den Zeitgeist und die Wünsche ihrer Kunden zu haben. Das zeigt ihre Kosmetiklinie Fenty Beauty, die Ende 2017 auf den Markt kam. In sehr kurzer Zeit fuhr die Marke eine halbe Milliarde Euro Einnahmen ein.

Ihr Fenty Modelabel, das sie 2015 mit Puma gründete, ist nicht minder erfolgreich. Die ersten Turnschuhe, die sie entwarf, waren in 35 Minuten ausverkauft. Die Savage x Fenty Dessouskollektion, die Rihanna 2018 lancierte, sorgte für Menschenschlangen vor den Geschäften.

Buhlen um Millennials

Denn Rihanna hat verstanden, dass Inklusion und Diversität nicht nur das trendige Feigenblatt der elitären Modewelt sein darf, sondern auch gelebt werden muss. Ihre Kosmetikmarke hat 50 verschiedene Make-up-Farben um jedem Hautton gerecht zu werden. Eine Pionierleistung. Ihre Dessouskollektion bei der New York Fashion Week wurde für ihre Body-Positivity und einem Casting, das unterschiedliche Haut- und Körperformen miteinbezog, gelobt.

LVMH sieht darin anscheinend auch die Zukunft. Denn das Buhlen um Millennials und die Generation Z, die sich angeblich weniger um Statussymbole und Luxus kümmert als die vorigen Generationen, ist ein hartes Geschäft. Die 70,6 Mio. Fans, die Rihanna auf Instagram hat, können hier sicher auch nicht schaden. Da können Louis Vuitton (31,7 Mio Abonnenten) oder Christian Dior (49,1 Mio. Abonnenten) nicht mithalten.