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Der Lack ist ab: US-Präsidenten als Cadillacs letzte treue Kunden

Glanz der großen Tage: 1953er Le Mans mit 250 PS und erstmals Panoramascheibe.
Glanz der großen Tage: 1953er Le Mans mit 250 PS und erstmals Panoramascheibe.(c) Contact (GM)

Donald Trump beklagt, dass man in Europa kaum US-Autos auf den Straßen sieht. Die Anfänge der berühmten Marke Cadillac reichen 120 Jahre zurück, doch heute sind selbst Amerikaner nicht mehr recht für sie zu begeistern – ihr größter Markt ist anderswo.

Als Privatmann war Donald J. Trump den Fabrikaten aus dem Hause Daimler nicht abgeneigt – seinen Fuhrpark krönte der protzige Mercedes-McLaren SLR. Doch seit er quasi berufsbedingt Cadillac fährt – die Marke stellt die gepanzerten Limousinen der US-Präsidenten –, beklagt er die mangelnde Begeisterung seiner Landsleute für den ehrenwerten, weil ausschließlich im Inland produzierenden Hersteller: „Wenn du die Fifth Avenue entlangspazierst, parkt vor jedem Haus ein Mercedes!“

Kein Zustand, denn: „Wie viele Cadillacs sieht man in Deutschland? Nicht viele, vielleicht gar keine. Das ist sehr unfair. Es ist eine Einbahnstraße.“

Da hat er nicht ganz unrecht. In Europa wurden im Vorjahr 1003 Cadillacs verkauft – weniger als vom VW Golf in einem durchschnittlichen Monat nur in Österreich. Dabei war 2018 noch ein starkes Caddy-Jahr, in den Jahren davor kam man durchwegs auf bloß dreistellige Stückzahlen. Zum Vergleich: Mercedes feierte 2018 den Rekord von 354.144 US-Verkäufen.