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Kolumne

Doppelt gemoppelt

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 295. Warum der Management-Sprech Schnörkel liebt.

Stimmt: In der Politik gelten andere Gesetze. Und daher gibt es auch andere Begrifflichkeiten. Wenn eine Regierung mit Ablaufdatum bestellt wird, dann besteht Einigkeit darüber, es könne sich nur um eine Übergangsregierung handeln.

Auch im Business würde man das Wort „befristet“ nicht anrühren, sondern – Achtung, Sprechblase – „temporär“ vorziehen. Wie es im Management-Sprech überhaupt den Hang zum Verschnörkelten gibt. Es wird „monetarisiert“, statt etwas zu Geld gemacht. Produkte werden „präferiert“, Menschen „involviert“. Dabei sind die dahinter liegenden Entscheidungsfindungsprozesse oft alles andere als „trivial“.

Und „unbedingt“ gilt so gut wie nichts mehr, nur ein „absolut“ hat noch Gewicht. Absolut möchte man daher alle „Redundanzen“ vermeiden, denn wer kann es sich noch leisten, doppelt zu moppeln?

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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