Armbrust-Fall geklärt

Die Kriminalpolizei geht von einem erweiterten Suizids innerhalb einer Art privater Sekte aus.
Die Kriminalpolizei geht von einem erweiterten Suizids innerhalb einer Art privater Sekte aus.APA/dpa/Thomas Frey

Laut Polizei gehörten die Toten in Passau zu einer Sekte, die sich „Welterneuerer“ nannten.

Passau. Ein rätselhafter Fall mit drei Toten, die in einer abgelegenen Pension in Passau durch eine Armbrust erschossen wurden, gilt als aufklärt: Die Kriminalpolizei geht von einem erweiterten Suizids innerhalb einer Art privater Sekte aus. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau am Montag sagte, gibt es dem nun vorgelegten Abschlussbericht zufolge weiterhin keine Anhaltspunkte für weitere Beteiligte.

Laut Polizei handle es sich um eine Tötung auf Verlangen samt anschließendem Suizid in einer Gruppe, die sich selbst als „Welterneuerer“ oder „Welterschaffer“ bezeichnete. Diese hing der Vorstellung an, durch ihren gemeinsamen Tod einen Kreislauf von Wiedergeburten zu unterbrechen und in einer anderen Zeit sowie an einem anderen Ort ein „neues System“ erschaffen zu können.

Wie die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben, waren der Mitte Mai auf einem Bett in einem Zimmer der Pension gefundene Mann und die neben ihm liegende Frau mit K.o.-Tropfen betäubt worden. Die tot vor dem Bett gefundene Frau hatte keinerlei chemische Substanzen im Blut. Sie erschoss demnach zunächst den 53-Jährigen und die 33-Jährige. Danach tötete sich die 30-Jährige selbst mit einem Pfeilschuss in den Hals.

 

Akten schon bald geschlossen

Außer den drei Toten in Passau waren im Mai noch zwei weitere tote Frauen in einer Wohnung im niedersächsischen Wittingen entdeckt worden. Es handelte sich dabei um die 35-jährige Lebensgefährtin einer der toten Frauen aus der Pension sowie deren 19-jährige Mitbewohnerin. Auch sie gehörten zu der Sekte und starben durch Vergiftungen.

Die Staatsanwaltschaft will die Akten so bald wie möglich schließen, weil alle Beteiligten tot sind und niemand juristisch belangt werden kann. (APA/AFP)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2019)