Kolumne

Gib mir ein "a"!

Sprechblase Nr. 310. Warum ein Vortrag heute eine „Keynote“ ist.

Bevor die Musiker loslegen, gleichen sie die Stimmung ab. Der Kammerton, das eingestrichene a, ist dafür meist der gemeinsame Grundton. Keynote heißt dieser auf Englisch. Und – Achtung, Sprechblase – „Keynote“ hat sich auch bei uns als Bezeichnung für Eröffnungsvorträge eingebürgert. Weil sie einen Grundgedanken enthalten sollen, der ins Thema einführt oder die Diskussionen inspiriert. Und weil Rede und Referat als Begriffe offenbar genau so unattraktiv sind wie RednerIn oder ReferentIn, übernehmen Keynote-Speaker diese Aufgabe.

Viele lösen sie mit Bravour, manche scheitern grandios. Kein Wunder. Denn so einfach ist das mit dem Kammerton auch wieder nicht: Die internationale Stimmtonkonferenz 1939 hat ihn bei 440 Hertz festgelegt, die Wiener Philharmoniker hingegen vertrauen ihren Konzertmeistern und schwören auf 444 Hertz.

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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