Neuausrichtung

ISS Österreich: 1700 Leute weniger, 150 Millionen Euro Umsatz mehr

Mehr Catering und Technik Services sollen die Erlöse des Gebäudedienstleisters ISS in Österreich ankurbeln. „Wir müssen schauen, wo wir stärker Allianzen bilden können“, sagt der Chef.

Das Gebäudedienstleister ISS Facility Services, eine Tochtergesellschaft des dänischen Mutterkonzerns ISS A/S, konzentriert sich auf Catering und Technik Dienstleistungen. Bis 2023 soll der Umsatz bei sinkenden Mitarbeiterzahlen von jetzt unter 300 auf 400 Millionen Euro steigen, kündigte CEO Erich Steinreiber am Mittwochmorgen vor Journalisten an.

Die Zahl der Mitarbeiter soll auf etwa 5500 sinken, allerdings soll es darunter mehr Vollzeitbeschäftigte geben. Der Servicekonzern beschäftigt aktuell rund 7200 Mitarbeiter. Zwei Drittel davon im Kerngeschäft der Reinigung, bei einer durchschnittlichen Beschäftigungsdauer von 27 Wochenstunden. Im Bereich der Sicherheit und Technik sind es rund 700 Mitarbeiter in Vollbeschäftigung.

Als Umsatzziel für 2023 wurden rund 400 Millionen Euro genannt. ISS Österreich erzielte 2018 ein Umsatz von 283 Millionen Euro. Der Anteil am "Facility Service"-Markt betrug im Vorjahr 4,8 Prozent, damit ist ISS Österreich Branchenführer in einem stark fragmentierten Markt. Strategische Partnerschaften mit Mitbewerbern sollen künftig gestärkt werden: "Unser Ansporn wird es sein, nicht alles selber zu machen. Wir müssen schauen, wo wir stärker Allianzen bilden können", so Steinreiber. Im Detail bedeutet das ein Ende der Partnerschaften mit Kleinkunden und den Rückzug des Reinigungsservices aus gewissen Bundesländern. Die betroffenen Bundesländer nannte der ISS-Chef auf Nachfrage der APA nicht.

Ab 2020 möchte sich das Unternehmen auf Großkunden aus den Bereichen Pharma und Gesundheitswesen, Industrie, Büroimmobilien sowie Gebäude der öffentlichen Hand fokussieren. Im Bereich des Handels sieht er für Reinigungsdienste nur wenig Wertschöpfung.

Das Kerngeschäft des Serviceunternehmens bildet nach wie vor die Reinigung (68 Prozent des Umsatzes). Die Bereiche Technik (13 Prozent) und Food Services (2 Prozent) sollen innerhalb der nächsten 5 Jahre ausgeweitet werden. Der aktuelle Umsatz im Cateringbereich liegt nach Angaben des ISS-Geschäftsführers bei 17 Millionen Euro. In 5 Jahren sollen es dann 30 Millionen Euro sein.

Der deutsche Ableger des dänischen Mutterkonzern ISS A/S wurde im September dieses Jahres an die Düsseldorfer Klüh-Gruppe veräußert. Betroffen waren rund 2000 Mitarbeiter und 700 Kunden.

(APA)