Grenzen ausloten

Japan-Ausstellungen im Freundschaftsjahr

Tabu. Chim Pom provozieren mit Arbeiten wie hier über dem Friedensdenkmal in Hiroshima.
Tabu. Chim Pom provozieren mit Arbeiten wie hier über dem Friedensdenkmal in Hiroshima.(c) Chim Pom court. of Anomaly & Mujin-to Production

Drei Ausstellungen in Wien beleuchten demnächst Facetten des japanischen Kunstschaffens seit dem 19.  Jahrhundert. Traditioneller Farbholzschnitt ist ebenso Thema wie Regungen von Zensur und Selbstzensur.

Die Jahre des Umbruchs in Japan, die ab 1863 zum Ende der Edo-Periode führten, werden mit Bakumatsu überschrieben. Mit Abschluss dieser Phase ist das Land bereit, sich zur Industrienation nach westlichem Vorbild aufzuschwingen und wieder in Kontakt mit ausländischen Mächten zu treten. Dass 2019 im Zeichen von 150  Jahren japanisch-österreichischer Freundschaft steht, begleitet von passenden Kulturveranstaltungen, ist eine direkte Folge dieser Entwicklungen. So beteiligt sich auch das Wiener Museum für angewandte Kunst ab Ende Oktober mit zwei Ausstellungen, die, gleich korrespondierenden Gefäßen, in unmittelbarer Nähe zueinander abgehalten werden. Im Mittelpunkt steht da wie dort der traditionelle Farbholzschnitt, die Kunst des Ukiyo-e – einmal von der meisterhaften Hand des Kuniyoshi ausgeführt, eines der wichtigsten Vertreter der sogenannten Utagawa-Schule, einmal von jungen Gegenwartskünstlern, die diesem Genre neue Bedeutung verleihen.