"Bitte kein Geld"

Post startet umstrittene Kampagne gegen "Werbeverzichts-Sticker"

(c) Die Post/Screenshot

Mit Plastikschabern und eigenen Pickerl versucht die Post gegen die Verbreitung der „Keine Werbung"-Sticker anzukommen. Mit mäßigem Erfolg.

"Die Post bringt allen was", wohl einer der bekanntesten Werbesprüche des Logistik- und Postdienstleisters. Die "Bitte keine Werbung"-Pickerl signalisieren aber, dass viele Menschen gar nicht alles bekommen wollen. Für die Post ein Ärgernis, verlieren sie doch bares Geld. Mit einer fragwürdigen Aktion wollen sie nun zum Umdenken bewegen.

Zwischen 70 und 100 Kilogramm fallen im Schnitt pro Person innerhalb eines Jahres nur an Werbeprospekten an. Der Webseite "Umweltberatung" zufolge liegt der jährliche Papierverbrauch bei 257 Kilogramm pro Kopf, doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt.

Das Vermeiden von unnötigem Papier ist daher aus ökologischer Sicht ratsam. Nicht aus der Sicht der Post, denn in der aktuellen Werbekampagne argumentiert das Unternehmen damit, dass die Flyer zertifiziert und recyclet sind. Zwar wird für recycletes Papier kein Holz benötigt, aber Wasser und Energie. Alle Flugblätter werden von der Post CO2 neutral zugestellt", heißt es weiter in dem Statement. Wenn auch weniger als für weißes Neupapier.

Außerdem argumentiert die Post, dass mit den "Bitte keine Werbung"-Pickerl aktiv auf Geld verzichtet wird. Denn die Flyer beinhalten Rabattpickerl, Informationen zu Angeboten, Gutscheinhefte und "tolle Reiseangebote im Kuvert". Für diese Aktion verteilt die Post kostenlose Plastikschaber, um die Werbeverzichtskleber zu entfernen.

Das aktuelle Werbesujet irritiert Online-Nutzer. Auf Reddit, Facebook und Twitter mokieren sie sich über das "ungefragte Altpapier". Sie argumentieren, dass Material für Einwegprodukte produziert wird. Auch eine Zertifizierung ändere daran nichts.

Auf der Webseite von Umweltberatung.at können Aufkleber für das Postkasterl bestellt werden. Außerdem gibt es einen Leitfaden, wie man sich auch von personalisierter Werbung abmelden kann.

>>> Post.at

>>> Umweltberatung.at

>>> Die Robinsonliste