Umstrittene Personalentscheidungen

Holzmann: „Ich würde wieder so handeln“

Nationalbankgouverneur, Robert Holzmann.
Nationalbankgouverneur, Robert Holzmann.(c) APA/HANS PUNZ

Notenbank-Chef steht hinter umstrittener Kündigung.

Wien. Ungeachtet aller Turbulenzen, die seine drei umstrittenen Personalentscheidungen ausgelöst haben, sieht der neue Nationalbankgouverneur, Robert Holzmann, keinerlei Grund für Selbstkritik: „Ich musste so handeln, ich habe richtig gehandelt, und ich würde wieder so handeln“, sagte Holzmann in der ORF-„Pressestunde“.

In den vergangenen Wochen hatte es in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) großen Wirbel gegeben, weil Holzmann ohne Absprache mit den beiden ÖVP-nahen Direktoriumsmitgliedern die Personalchefin gekündigt hat und auch weitere umstrittene Personalentscheidungen im Alleingang anstoßen wollte. Nach Interventionen von Harald Mahrer, dem Präsidenten der Nationalbank, sind die Entscheidungen inzwischen außer Kraft gesetzt. Zur Sache könne er nichts sagen. „Es laufen interne und externe Untersuchungen“, betonte Holzmann mehrfach. Nur so viel: Die drei Fälle seien voneinander unabhängig, aber „leider aus zeitlichen Gründen zusammengefallen“. Die Kündigung der Personalchefin habe er überdies „nicht selbst erfunden, sondern geerbt“.

 

Prüfung bis Ende Oktober

Ende des Monats sollen die Ergebnisse der Prüfung durch den früheren Bawag-Ankläger Georg Krakow vorliegen. „Ich bin für absolute Transparenz bei den Prüfungsergebnissen“, versicherte Robert Holzmann. Allerdings müsse auch sein eigener Standpunkt mit einfließen, wonach er rechtlich verpflichtet gewesen sei, die Kündigung auszusprechen. „Ich sehe dem Gesamten sehr gelassen entgegen.“

Innerhalb der Nationalbank will der neue Gouverneur strukturelle Veränderungen vorantreiben. Zentrales Thema sei dabei die Frage der Karrierechancen innerhalb der Institution. „Hier ist nicht immer ganz transparent, warum was passiert.“  (red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2019)