Rebellion

Chile: Anarchie in den Anden

Auch die Verhängung des Ausnahmezustands hat die Gemüter nicht beruhigt. Mindestens elf Menschen starben bei Unruhen.
Auch die Verhängung des Ausnahmezustands hat die Gemüter nicht beruhigt. Mindestens elf Menschen starben bei Unruhen.(c) APA/AFP/MARTIN BERNETTI

Der Volkszorn entzündete sich an höheren U-Bahnpreisen. Dahinter steckt eine tiefe Frustration.

Buenos Aires/Santiago. Vor ein paar Wochen noch pries Präsident Sebastian Piñera sein Land als „Oase“ in den Turbulenzen Lateinamerikas. Am Sonntag sagte er, Chile befinde sich „im Krieg“. Beide Aussagen sagen einiges aus über den Realitätssinn einer Staatsführung, die agiert, als säße sie im falschen Film. Und die nicht zu erkennen scheint, welch gewaltiger Sturm sich hinter dem Andenhauptkamm zusammenbraut.