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Gleichstellung

Europavergleich: ÖBB Tabellenschlusslicht bei Jobs für Frauen

Die OeBB suchen 90 Lokfuehrerinnen
Eisennbahnerinnen sind heute eher die Ausnahme.ÖBB
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Die ÖBB liegt weit unter dem Europa-Durchschnitt. Jetzt fordern die Sozialpartner eine verbindliche Regelung für Gleichstellung und mehr
Frauenbeschäftigung.

Beim Frauenbeschäftigungsanteil nehmen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit 12,8 Prozent den letzten Platz im europäischen Vergleich ein, zeigt der „Woman in Rail Report". Den höchsten Frauenanteil bei den Bahn-Beschäftigten hat Schweden mit 40 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Frauenanteil bei den Bahnen bei rund 20 Prozent, was klar unter dem gesamtwirtschaftlichen Frauenanteil bei der Beschäftigung in Europa von 46 Prozent liegt. Das zeigt eine Studie, an der Eisenbahnunternehmen aus 21 europäischen Ländern teilgenommen haben.

Im Bereich des Top Managements haben die ÖBB hingegen mit 27,3 Prozent Frauen in Führungspositionen einen höheren Anteil als im europäischen Vergleich (22,3 Prozent), im mittleren Management allerdings liegen die ÖBB mit 11,7 Prozent Frauenanteil wieder deutlich zurück. Bei Zugbegleiterinnen nehmen die Bundesbahnen im europäischen Vergleich wiederum den letzten Platz mit nur 15 Prozent ein, bei den Triebfahrzeugführerinnen sind es überhaupt nur 2,7 Prozent.

Matthä: Frauenquote einführen

ÖBB-Chef Andreas Matthä ortet demnach für die Staatsbahn beim Frauenanteil "deutlich Luft nach oben". Um gegenzusteuern werde bei Aufnahmen neuer Beschäftigten mittlerweile mit Quoten gearbeitet. Berufe, die früher mit schwerer körperlicher Tätigkeiten im Freien verbunden und rein männlich besetzt waren wie etwa Fahrdienstleiter, hätten sich massiv verändert: Fahrdienstleiter sitzen heute in der Zentrale und arbeiten am Computer - "wie Fluglotsinnen", erklärte Matthä.

Frauenministerin Ines Stilling sprach sich für eine verbindliche Quote zur Frauenförderung aus, denn die Quote bringe einen Prozess ins Rollen: "Dann müssten sich die Unternehmen fragen, wie können wir diese Quotenverpflichtung erfüllen? Welchen Beitrag kann ich für dieses Unternehmensziel leisten? "Quoten wirken, weil sie eine notwendige Veränderung im Unternehmen bewirken", zeigte sie sich überzeugt.

Die Vizepräsidentin des ÖGB, Korinna Schumann, verwies auf die ÖGB-Forderung nach einem Rechtsanspruch auf gratis Kinderbetreuung für jedes Kind. Das wäre ein wichtiger Schritt, um die Einkommensschere zu schließen, sagte sie. In Österreich liege die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern bei 20 Prozent, die Teilzeitquote von Frauen bei 50 Prozent. Frauen

 

(APA)