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Jeder Österreicher konsumiert pro Jahr um 22.700 Euro

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Großer Andrang an Besuchern auch in Biergärten.(c) imago images / Ralph Peters (Ralph Peters)

Am meisten ist den Österreichern die Ernährung wert. Vor allem die Ausgaben für das Essen außer Haus haben deutlich zugenommen.

Jeder Österreicher, vom Baby bis zum Greis, gibt pro Jahr 22.700 Euro für Konsum aus. In den vergangenen zehn Jahren ist laut RegioData Research dieser Betrag um 26 Prozent angestiegen. In einem Europa-Ranking nach absoluter Kaufkraft liegt Österreich demnach an siebenter Stelle. 

Absolute Kaufkraft(c) RegioData Research

Den größten Brocken stellt die Ernährung dar, die sich weiterhin dynamisch entwickelt. Deren Anteil an den Gesamtausgaben hat sich in den letzten zehn Jahren von 15 auf 17 Prozent erhöht. Der Wert für Wohnen folgt knapp dahinter. Auch die Ausgaben dafür sind seit 2008 ebenso um zwei Prozentpunkte gestiegen. Zählt man die Heizungs- und Energiekosten mit, so beträgt der Anteil der Wohnkosten sogar 21 Prozent an Konsumausgaben gesamt. Für klassische Konsumprodukte wie Bekleidung, Schuhe, Elektronik, Hausrat und Möbel wird hingegen heute anteilsmäßig weniger Geld ausgegeben als noch vor zehn Jahren. Der Einzelhandel kann aktuell nur mehr 26 Prozent der privaten Konsumausgaben binden – vor 10 Jahren waren es noch über 30 Prozent.

Verzehr außer Haus nimmt kontinuierlich zu 

Ausschlaggebend für die Steigerungen im Bereich Ernährung sind insbesondere die höheren Ausgaben für das Essen außer Haus, das in den vergangenen zehn Jahren um 67 Prozent zugelegt hat. Ein Drittel der gesamten Ernährungsausgaben von 3900 Euro werden außer Haus konsumiert. Neben beruflichen Gründen tragen dazu laut RegioData auch das immer wichtiger werdende gesellige Beisammensein und Bequemlichkeit bei. Auch die Systemgastronomen bieten viele neue interessante Konzepte an, was den Anforderungen des modernen Verbrauchers entspricht.

Auch auch der Trend zur gesunden Ernährung treibt die Ausgaben für Lebensmittel. So weisen die Produktkategorien Obst und Gemüse, Alkoholfreie Getränke, Brotwaren sowie Milchprodukte und Eier Steigerungsraten von über 30 Prozent aus. Die Konsumenten investieren mehr in Bio-Lebensmittel, und der Anteil an Bioprodukten steigt weiter. Es werden auch mehr Obst, Gemüse und Milchprodukte von regionalen Bio-Produzenten konsumiert. Hingegen steigen die Konsumausgaben für Tiefkühlprodukte, Alkoholische Getränke und Fleischwaren nur unterdurchschnittlich.

Auch die Ausgaben für das Wohnen sind in den letzten zehn Jahren mit 41 Prozent weit über dem Durchschnitt gestiegen. Dabei wird der Hauptanteil mit rund 2500 Euro für Mietzahlungen ausgegeben. Im Gegensatz dazu sind die Ausgaben für Bekleidung klar unter der Inflationsrate gewachsen. Das führte zu einem wertmäßigen Rückgang. Im Durchschnitt gibt eine Frau 400 Euro und ein Mann 280 Euro für Bekleidung aus. Die Ausgaben für Herrenbekleidung sind mit 14 Prozent doppelt so schnell gewachsen wie die für Damenbekleidung.

Erklärung: Die Position „Nicht-privater Konsum“ beinhaltet unter anderem Strafen, Gebühren, Kredit- und Darlehensrückzahlungen.

(red./herbas)