Thiem und das Klassentreffen der Vorzugsschüler

Dominic Thiem zählt 2019 zum vierten Mal in Folge zu den acht besten Spielern des Jahres.
Dominic Thiem zählt 2019 zum vierten Mal in Folge zu den acht besten Spielern des Jahres.APA/AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Dominic Thiem zählt 2019 zum vierten Mal in Folge zu den acht besten Spielern des Jahres. Obwohl die Gruppengegner Novak Djoković und Roger Federer heißen, ist der Niederösterreicher zuversichtlich wie noch nie.

London/Wien. So früh wie noch nie im Verlauf einer Saison hat sich Dominic Thiem für die World Tour Finals, das Saisonfinale der acht besten Spieler des Jahres, qualifiziert. Mit dem Turniersieg in Peking Anfang Oktober löste der Niederösterreicher zum vierten Mal hintereinander eines der begehrten Tickets für London, im Vorjahr etwa konnte sich der 26-Jährige erst auf den letzten Drücker, beim ATP-1000-Event in Paris, für den Showdown qualifizieren. Seine Gegner in der Gruppe „Björn Borg“ heißen Novak Djoković, Roger Federer und Matteo Berrettini, den Auftakt macht Thiem Sonntagabend (21 Uhr, live, ServusTV, Sky) gegen Federer.

Nicht nur auf den ersten Blick scheint diese Gruppe die stärker besetzte zu sein, zumal in „Andre Agassi“ mit Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev noch ein großes Fragezeichen hinter dem Antreten und der Fitness Nadals steht. Auch Thiem sprach von einer „absoluten Hammergruppe“ und sagte: „Wenn man bei den elitären acht Spielern sagen kann, dass sich zwei noch ein bisschen hervorheben, dann sind es Djoković und Federer.“ Zumal die beiden Superstars auch Spezialisten für das Masters sind. Der Schweizer ist mit sechs Titeln Rekordchampion, dahinter folgt der Serbe mit fünf.

Dennoch geht Thiem so zuversichtlich wie noch nie in das Finalturnier, möchte erstmals die Gruppenphase überstehen. „Ich gehe sicher in der besten Form, die ich bis jetzt in dieser Saisonphase gehabt habe, in das Turnier. Ich spiele sehr gut, fühle mich körperlich sehr gut.“

 

Das Konto und die Rangliste

Hoffnung macht Thiem die Tatsache, dass er gegen fünf von sieben Mitstreitern ein positives Head-to-Head vorzuweisen hat. Nur gegen Nadal (4:9) und Djoković (3:6) hat der Rechtshänder mehr Spiele verloren als gewonnen, beide Kontrahenten aber 2019 schon besiegt. Gegen die Gruppengegner Federer (4:2) und Berrettini (2:1) liegt der Lichtenwörther im direkten Vergleich voran.

Neben 215.000 Dollar Antrittsprämie kann Thiem mit jedem Sieg in der Gruppe weitere 215.000 Dollar verdienen. Gewinnt ein Spieler ungeschlagen das Turnier, wird er mit 2,87 Mio. Dollar entlohnt. Für Thiem noch wichtiger ist aber die Aussicht auf Weltranglistenpunkte. Allein ein Matchsieg bringt 200 Punkte, die das gesamte nächste Jahr in der Wertung bleiben. Zum Vergleich: Für den Turniersieg in Kitzbühel wurden Thiem 250 Punkte gutgeschrieben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2019)