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Strafzinsen für Kunden

Die Commerzbank verlangt von immer mehr Kunden Strafzinsen.
Die Commerzbank verlangt von immer mehr Kunden Strafzinsen.imago images/rheinmainfoto

Die Commerzbank lässt nun Privatkunden für Einlagen zahlen. Und sie kippt ihr Gewinnziel.

Frankfurt. Die Commerzbank verlangt von immer mehr Kunden Strafzinsen. „Wir haben zahlreiche Privatkunden angesprochen“, sagte Finanzchef Stephan Engels am Donnerstag in einer Telefonkonferenz: „Wir fangen jetzt mit Kunden mit hohen Einlagen an.“ Es gehe um Personen mit deutlich mehr als einer Million Euro auf der hohen Kante. Mit der neuen Maßnahme will das Institut den Gewinnschwund eindämmen. Engels schloss aus, wie einige Konkurrenten die Kunden bereits ab Einlagen von 100.000 Euro zu belasten.

Bisher habe so gut wie kein Privatkunde Strafzinsen zahlen müssen. Bei Firmenkunden allerdings erhebt die Commerzbank ab einer bestimmten Einlagenhöhe bereits seit Langem Strafzinsen.

Im Übrigen verabschiedet sich das Geldinstitut trotz eines Gewinnsprungs im dritten Quartal von seiner Prognose für 2019. Bankchef Martin Zielke erwartet einen Rückgang des Konzernüberschusses, nachdem er bisher noch eine leichte Steigerung gegenüber den 865 Mio. Euro im Vorjahr in Aussicht gestellt hatte. Im dritten Quartal stieg das Nettoergebnis um ein Drittel auf 294 Mio. Euro, die Erträge um zwei Prozent auf 2,18 Mrd. Euro. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2019)