Luftzwischenfall

Iran schoss ausländische Drohne am Persischen Golf ab

Die Rakete eines "Hawk"-Flugabwehrsystems soll die fremde Drohne abgeschossen haben.FARS

Unbemanntes Fluggerät hatte angeblich iranischen Luftraum in der Nähe der Grenze zum Irak verletzt. Das Herkunftsland wurde bisher nicht genannt.

Iranisches Militär hat am Freitagmorgen nahe der Küste des Persischen Golfs eine Drohne abgeschossen. Schauplatz war die Gegend um die Hafenstadt Bandar-e Mahshahr an der Nordspitze des Golfs unweit der irakischen Grenze bei Basra, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Freitag.

Die Drohne, die zunächst nicht identifiziert werden konnte, habe den iranischen Luftraum verletzt und sei mit dem Raketensystem „Mersad" zerstört worden. Dabei handelt es sich um den Nachbau des US-amerikanischen Kurz/Mittelstrecken-Flugabwehrsystems „Hawk". Einige Stunden später hieß es, man habe die Trümmer der Drohne gefunden und sie als von ausländischer Herkunft identifiziert. Um welches Land und welches Drohnenmodell es dabei geht, wurde vorerst nicht bekannt.

Schwere Spannungen in der Golfregion

Ende Juni hatten die iranischen Revolutionsgarden eine US-Aufklärungsdrohne über der Seestraße von Hormus abgeschossen. Ein US-Vergeltungsangriff wurde erst in letzter Minute von US-Präsident Donald Trump gestoppt. Im Juli verkündeten die USA, umgekehrt eine iranische Drohne in der Golfregion unschädlich gemacht zu haben. Der Iran bestritt jedoch, ein Luftgefährt zu vermissen.

Das Verhältnis Teherans und Washingtons ist extrem angespannt, seitdem Trump im Mai 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen ist und im Zuge einer Politik des "maximalen Drucks" scharfe Sanktionen verhängt hat. Zusätzlich verschärft wurde die Situation in den vergangenen Monaten durch eine Reihe von Angriffen auf Tanker und Ölanlagen in der Golfregion, für welche die USA den Iran verantwortlich machten.

(APA/AFP/Reuters)