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Kinderzeitung

Vom Himalaja bis Australien

Daniel wirft einen verstohlenen Blick auf seine Mitschülerin Marthe.
Daniel wirft einen verstohlenen Blick auf seine Mitschülerin Marthe.bathysphere

Das Internationale Kinderfilmfestival zeigt besonders gelungene Kinderfilme. Sie sollen ein Fenster zur Welt sein.

Hast du schon einmal durch einen Türspalt geschaut? Oder jemanden heimlich beobachtet? Daniel tut das: Er beobachtet seine Mitschülerin Marthe, wie sie sich für eine Tanzaufführung umzieht, nur in der Unterhose dasteht, den Rücken zu ihm gewandt. Doch eine Bewegung Daniels lässt Marthe aufschrecken: Sie entdeckt ihn. Daniel schämt sich, Marthe ist sauer. So sehr, dass sie Daniel bei ihren Mitschülern verpetzt, die ihn daraufhin sekkieren. Was danach passiert (und natürlich geht es gut aus), erfährst du im Film „Daniel“, der beim internationalen Kinderfilmfestival Wien gezeigt wird (17. 11., 15 Uhr, Votiv-Kino, oder 21. 11., 15 Uhr, Cinemagic, ab zehn Jahren). Wie alle Filme des Festivals wird der Film in der Originalsprache gezeigt, in diesem Fall Französisch. Die deutsche Fassung wird live während der Vorführung eingesprochen. Dadurch soll die Atmosphäre des Films erhalten bleiben.

Der Traum von der Schule. Die Filme sollen schließlich „ein Fenster zur Welt“ sein, wie die Festivalleiterin Martina Lassacher sagt. Exotisch ist der Eröffnungsfilm „Chuskit“: Er spielt im Himalajagebiet und handelt von einem Mädchen, das sich schon sehr auf die Schule freut. Doch plötzlich geschieht ein Unfall und Chuskit ist gelähmt. Da sie in einem kleinen Bergdorf lebt, wo alles steil und voller Stiegen ist, scheint der Traum von der Schule gestorben. Chuskits Großvater, der in der Familie das Sagen hat, will, dass sie sich mit ihrem Schicksal abfindet. Doch das Mädchen ist eine Kämpferin und gibt nicht auf. Auch dem strengen Großvater beugt sie sich nicht. „Wie alt bist du?“, fragt sie ihn. „Wenn du es nicht weißt, schau in deine Unterhose, da steht bei mir acht bis zehn Jahre.“ Bei den Vorführungen am 16. und 17. November (jeweils 15 Uhr, Gartenbaukino bzw. Cinemagic, ab sieben) sind die Hauptdarstellerin Jigmet Dewa Lhamo und die Regisseurin Priya Ramasubban anwesend und beantworten nach der Vorstellung Fragen der Zuseher.

In die Schule gehen zu dürfen – davon träumt auch Mike, der mit seinem Vater an einer einsamen Küste in Australien lebt. Der Kontakt mit Gleichaltrigen geht ihm ab. Eines Tages reißt er aus und landet in der Schule des nahen Ortes. Eine rührende Geschichte und tolle Naturaufnahmen machen „Stormboy“ (17. 11., 11 Uhr, Votiv-Kino, 19. 11., 16 Uhr, Cine Center, 24. 11., 11 Uhr, Cinemagic) zu einem besonders sehenswerten Film.

Wusstest du schon,dass...

. . . der 20. November der Tag der Kinderrechte ist? Vor 30 Jahren wurde von der UNO beschlossen, dass alle Kinder auf der Welt das Recht auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung haben sollen. Das Festival zeigt Filme dazu. www.kinderfilmfestival.at


[PXPTA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2019)