Nervenschlacht

Golf: Schwab schrammt in Playoff-Krimi am Premierensieg vorbei

Matthias Schwab
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Matthias Schwab musste sich im Stechen erst auf dem vierten Extra-Loch dem Englänger Tyrrell Hatton geschlagen geben.

Antalya. Matthias Schwab hat seinen ersten Sieg auf der European Tour hauchdünn verpasst. Drei Tage lang führte der Steirer das Turnier in Antalya an, hatte am Ende jedoch das bittere Nachsehen gegenüber dem Engländer Tyrrell Hatton. Mit einer abschließenden 70er-Runde – seiner schwächsten – verspielte er seine Führung von drei Schlägen und musste mit dem Gesamtscore von 268 (20 unter Par) mit gleich fünf anderen Spieler ins Stechen um den Siegerscheck in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. Das packende Playoff fand erstmals in der Tour-Geschichte unter Flutlicht statt und der 24-Jährige zeigte lange keine Nerven, erst im vierten Durchgang auf der Par-fünf-Bahn Nummer 18 strich der Ball am Loch vorbei – das Bogey und damit die Entscheidung zu seinen Ungunsten.

„Mein Fehler war, dass es mir nicht gelungen ist, auf der Runde die Entscheidung herbeizuführen. Mein Spiel war ok, aber ich habe zu wenige Putts gelocht“, resümierte Schwab. „Im Playoff war es dann sehr eng. Der erste Turniersieg wäre möglich gewesen.“ In seinem zweiten vollen Profi-Jahr muss er sich also weiter gedulden, schon vor der Türkei hat er bei den Italian Open (Vierter), Porsche Open (Zweiter) und BMW Open (Dritter) am ersten Titel geschnuppert. Die Richtung aber stimmt: Mit knapp 1,7 Millionen Euro Preisgeld hat er die Ausbeute aus dem Vorjahr (532.009 Euro) verdreifacht, seine Top-Ten-Ausbeute auf zehn Mal mehr als verdoppelt, liegt im Race to Dubai auf Platz 14 und wird in der Weltrangliste erstmals die Top 100 knacken.

Wiesbergers Trophäenjagd

Bernd Wiesberger beendete das Turnier nach einer 70er-Runde auf dem 49. Rang (283/-5). Damit führt der Burgenländer weiter im Race to Dubai, verpasste aber die Chance den Vorsprung auf den Spanier Jon Rahm (fehlte in der Türkei) auszubauen. Die Chance auf die „Harry Vardon Trophy“ für den Gewinn der Jahreswertung aber lebt. „Die Liste der Spieler, die diese Trophäe schon gewonnen haben, ist großartig. Die Chance, ebenfalls darunter zu sein, erzeugt Gänsehaut“, hatte der 34-Jährige im Vorfeld erklärt.

Während Wiesberger bereits am Donnerstag in Sun City, Südafrika, abschlägt, spart Schwab Kräfte für den Showdown in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab 21. November. Dort kämpfen die besten 50 der Jahreswertung um den mit drei Millionen Dollar dotierten Sieg, die finalen Top fünf teilen sich zudem einen Bonus von fünf Millionen Dollar.

(swi)