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Kirche

Theologen werfen Papst "Anbetung heidnischer Göttin vor"

Papst Franziskus ließ Pachamama-Statuen in den Vatikanischen Gärten aufstellen.REUTERS
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Ein Österreicher soll Figuren der in Südamerika verehrten Muttergöttin Pachamama in den Tiber geworfen haben. Franziskus entschuldigte sich. Nun gibt es Kritik von konservativen Katholiken.

100 konservative Theologen, Geistliche und Laien haben ein Protestschreiben gegen "die sakrilegischen und abergläubischen Handlungen" von Papst Franziskus bei der vergangenen Synode unterzeichnet. In dem Dokument, das in sieben Sprachen veröffentlicht wurde, werden die Handlungen, die dem Papst vorgeworfen werden, in chronologischer Reihenfolge aufgelistet.

Grund für die Aufregung ist der Raub indigener Skulpturen aus einer römischen Kirche im Oktober. Im Rahmen der Amazonas-Synode im Vatikan waren südamerikanische Pachamama-Figuren beim Papstgebet zum Franziskustag Anfang Oktober in den Vatikanischen Gärten aufgestellt worden. Anschließend waren die Figuren, bei denen es sich um Darstellungen der von indigenen Völkern in Südamerika verehrten Muttergöttin Pachamama handelt, in die nur wenige hundert Meter entfernte Kirche Santa Maria in Traspontina gebracht worden.

Der österreichische Lebensschutzaktivist Alexander Tschugguel hatte die Statuen - nach eigenen Angaben - aber entwendet, in den Tiber geworfen, die Tat gefilmt und das Video im Internet verbreitet. Während der Papst nachher um Entschuldigung bat und ein anderes hölzernes Abbild von Pachamama in die Kirche bringen ließ, rechtfertigte der konservative Kardinal Walter Brandmüller die Tat nachher. Konservative Christen sehen in der Aufstellung "heidnischer Symbole" in einer Kirche ein Sakrileg.

„Götzendienerische Verehrung“

Papst Franziskus wird nun unter anderem beschuldigt, an einem Akt verehrender "Anbetung der heidnischen Göttin Pachamama" teilgenommen zu haben. Diese Anbetung in den Vatikanischen Gärten betrachten die Schreibenden als "Entweihung".

Kritik gab es auch, dass der Papst am 27. Oktober in der Schlussmesse der Amazonas Synode eine Schüssel entgegengenommen habe, die "für die götzendienerische Verehrung" von Pachamama verwendet wurde, und sie auf den Altar stellte. Dabei habe Papst Franziskus selbst bestätigt, dass es sich bei diesen Holzbildern um heidnische Idole handle.

Das Schreiben wurde unter anderem von dem Salzburger Philosophen Josef Seifert unterzeichnet, der bereits das Nachsynodale Päpstliche Schreiben "Amoris laetitia" kritisierte hatte. Unterzeichnet haben das Dokument auch mehrere Persönlichkeiten aus den USA, Italien und Deutschland, darunter auch die Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

(APA/red.)