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Beteiligungsstrategie

B&C-Chef Edelmann: Industrieholding handelt "enkelfähig"

Peter Edelmann: Die B&C ist kein Kaffeekränzchen
Peter Edelmann: Die B&C ist kein KaffeekränzchenAPA/HANS KLAUS TECHT

Ziel sei es, Unternehmen der nächsten Generation in einem besseren Zustand übergeben werden soll, als man es selbst übernommen hat. sagt der Chef der Beteiligungsholding B&C.

Der Chef der B&C-Holding, die die Mehrheit der Industriebetriebe AMAG, Semperit und Lenzing hält, betont die langfristige Strategie der Eigentümerin B&C-Stiftung. "Was die Stiftung von anderen Unternehmen unterscheidet, ist, dass sie denkt und wirtschaftet wie ein Familienunternehmen, nur eben ohne Familie", sagt Peter Edelmann im "Industriemagazin". In Deutschland heiße das "enkelfähig".

Ziel sei es, dass das Unternehmen der nächsten Generation in einem besseren Zustand übergeben werden soll, als man es selbst übernommen hat. Die Beteiligungen würden natürlich nach betriebswirtschaftlichen Prinzipien geführt: "Die B&C ist kein Kaffeekränzchen", so der in Beirut geborene Deutsche.

Der Standort des Kautschukherstellers Semperit in Wimpassing (Niederösterreich) stehe nicht auf dem Prüfstand. "Für mich ist Wimpassing das historische Zentrum der Semperit und eine Säule unserer Fertigung. Der Standort steht nicht zur Diskussion."

Angesprochen auf die anderen österreichischen Standorte meint der Manager: "Wenn eine Produktion betriebswirtschaftlich auf lange Sicht keinen Sinn macht, dann muss uns was einfallen. Ich sage jetzt dezidiert nicht: zusperren." Aber der Stiftungszweck der B&C-Stiftung (die Förderung österreichischen Unternehmertums, Anm.) schütze keinen Standort, wenn es zu Unproduktivität, unökonomischem Handeln oder Gefährdung des großen Ganzen komme. "Auf keinen Fall würden wir ein Unternehmen in Gefahr bringen, um einen kleinen Teil zu retten."

Warten auf die richtige Gelegenheit

Beim Aluminiumkonzern Amag werde das Marktumfeld nicht einfacher, "aber die Entwicklung in Ranshofen stimmt". Nun müsse man dafür sorgen, dass sich die Amag für die kommenden Jahre rüste und für sich die nächste Etappe ihrer Entwicklung definiere. Das sei wichtige "konzeptuelle Arbeit".

Bei Lenzing prüfe man Investitionspläne für neue Lyocell-Anlagen in Thailand und Brasilien. Das massive Investitionsprogramm für das Spezialitätenwerk in Thailand bringe Lenzing über Jahre in eine starke Marktposition. In den USA hingegen habe man "Zeit verloren": Wenn die Umstände passen werde man nach Vollzug der Thailand-Investition das Projekt - ein eingemottetes Investment in ein Lyocellfaser-Werk bei Mobile/Alabama - wieder aufgreifen.

Bei der Akquisition von weiteren Industrieunternehmen für die B&C Holding sei man im Bereich der Technologie- und Wachstumsunternehmen über die letzten Jahre bei striktem Qualitätsfokus sehr aktiv gewesen und halte mittlerweile in dem Segment sechs Direktbeteiligungen. "Bei der Frage einer vierten Kernbeteiligung warten wir auf die richtige Gelegenheit. Die Liste der verfügbaren und in Frage kommenden österreichischen Unternehmen ist nicht mehrseitig."

(APA)