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Julius BITTNER

Bitttners Erste Symphonie

Jurist, Richter in Wolkersdorf (wo ein Platz nach ihm benannt ist) - und Hobby-Komponist, der es auf den deutschsprachigen Bühnen seiner Zeit zu viel beachtete Uraufführungen unter Dirigenten wie Bruno Walter oder Erich Kleiber gebracht hat.

Opern wie "Der Musikant", "Bergsee" oder "Die rote Gred" galten dank ihrer von Bittner selbst gedichteten Libretti als gelungene Versuche, nachwagnerische Romantik mit bodenständigem Volkstheater zu verbinden.

Schon die zeitgenössischen Kommentare bemerken an Bittners Musik immer wieder einen Hauch von Dilettantismus; freilich lässt sich an einem (von Erich Kleiber dirigierten) Fragment aus "Höllisch Gold", der vielleicht interessantesten Oper Bittners, nachhören, dass die Musik in ihren besten Momenten den Zeitgenossen Zemlinsky oder gar der harmonisch weitaus weniger konsistenten Musik Schrekers nicht nachsteht.

2019 kam die Erstaufnahme der Ersten (von zwei) Symphonien Bittners in den Handel, die das Gerücht vom "Dilettanten Bittner" eindrucksvoll widerlegt. Das glänzend orchestrierte Werk (1923) kann in seiner formal vollkommen beherrschten viersätzigen Struktur neben allen zeitgenössischen symphonischen Versuchen mühelos bestehen. Das Adagio erinnert, sanft strömend und dann dramatisch entwickelt, an Bruckner. Vor allem dank des originellen Scherzos und der dämonisch vorwärtstreibenden Final-Tarantella ist diese Symphonie unbedingt erinnernswert als Weiterführung der österreichischen symphonischen Tradition spätromantischer Prägung.