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Sparprogramm

UniCredit streicht 8000 Stellen - Gewerkschaften in Aufruhr

UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier verordnet einen Sparkurs
AFP (MIGUEL MEDINA)

Die Bank Austria-Mutter setzt den Sparstift an: 12 Prozent des Personals und 17 Prozent der Filialen in Italien, Österreich und Deutschland werden gekürzt.

Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit forciert ihren Sparkurs und will bis 2023 konzernweit weitere 8.000 Stellen streichen - den Großteil davon in Italien, aber auch Österreich wird betroffen sein, wie aus den Plänen hervorgeht, die die Bank am Dienstag vorstellte. Noch ist nicht klar, wie stark. Zum Halbjahr hatte die Bank Austria rund 5.300 Vollzeitstellen, Ende 2016 waren es 6300.

Der verschärfte Sparkurs kostet die Italiener zunächst einmal Geld - nach Angaben der Bank 1,4 Milliarden Euro heuer und im kommenden Jahr. Davon seien 1,1 Milliarden für Italien und 300 Millionen für Österreich und Deutschland vorgesehen.

UniCredit wollte sich nicht zur regionalen Verteilung des Stellenabbaus äußern. Er solle aber sozialverträglich und in Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen, hieß es.

Die Großbank hatte 2016 wegen Verlusten in Milliardenhöhe mit einem umfassenden Umbau begonnen. Der damals neu eingesetzte Konzernchef Jean-Pierre Mustier strich bereits 14.000 Stellen. Mehr als 900 Filialen wurden bereits dichtgemacht. Nun sollen 500 weitere Filialen geschlossen werden.

Die Bank Austria wollte sich auf APA-Anfrage nicht dazu äußern, wie stark die österreichische Tochter betroffen ist. Ein Sprecher verwies auf die Aussagen von UniCredit-Chef Mustier. Auch von der deutschen Tochter HypoVereinsbank (HVB) gab es keine Angaben zum Ausmaß des Sparkurses.

Bank rechnet mit geringem Wachstum

Laut italienischen Gewerkschaftsangaben sollen die meisten Jobs - rund 5500 bis 6000 Arbeitsplätze - in Italien wegfallen. Die Bank könne einen weiteren Abbau nicht verkraften, da seit 2007 bereits 26.650 Stellen gestrichen worden seien, protestierte der Chef des Gewerkschaftsverbands FABI, Lando Maria Sileoni.

Konzernweit kam die UniCredit zuletzt auf 85.000 Stellen und rund 4500 Zweigstellen. Der seit Mitte 2016 amtierende Konzernchef Mustier hatte in den vergangenen Jahren neben dem Stellenabbau auch Risiken reduziert, das Kapital über die Ausgabe neuer Aktien gestärkt sowie Sparten verkauft.

Hintergrund des jetzt verstärkten Sparkurses ist, dass die UniCredit in den kommenden Jahren nur mit einem geringen Wachstum rechnet und die Kosten daher weiter drücken will. Das Kreditinstitut kämpft dabei - wie alle Banken in der Eurozone - mit dem Dauertief bei den Zinsen, das vor allem auf die Marge im Geschäft vom Anlegen und Verleihen von Geld drückt.

Ziel der aktuellen Maßnahmen ist, den Gewinn zu steigern, die Dividenden zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen. Bis 2023 peilt die UniCredit aus dem fortgeführten Geschäft - also ohne den Einfluss von Sonderfaktoren wie zum Beispiel Spartenverkäufen oder den Kosten für Stellenabbau - einen Gewinn von fünf Milliarden Euro an. 2018 hatte dieser Wert bei 3 Milliarden Euro gelegen. Für 2019 wird bereits ein Anstieg auf 4,7 Milliarden Euro erwartet. In einigen Bereichen liefen die Geschäfte im laufenden Jahr besonders gut.

(APA/dpa)