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Im Eiskanal einfach zu Hause

Automatismen prägen den Start, Janine Flock ist eine der Schnellsten im Skeleton-Weltcup.
Automatismen prägen den Start, Janine Flock ist eine der Schnellsten im Skeleton-Weltcup.(c) Christophe Gateau / dpa / pictur (Christophe Gateau)

Janine Flock trainierte mit Männern und legte Gewicht zu, um schnell zu sein.

Lake Placid. Der Bob- und Skeleton-Weltcup startet in Lake Placid, und Österreichs größte Hoffnungsträgerin ist wieder einmal Janine Flock. Die Olympia-Vierte hat beste Erinnerungen an den 1650 Meter langen Eiskanal im US-Staat New York: Zwei ihrer bisher sechs Weltcupsiege feierte die Tirolerin auf der Olympia-Bahn von 1980.

„Ich mag diese Bahn, das steht fest, aber ich muss sie für mich in diesem Jahr völlig neu erarbeiten, wie alle anderen Bahnen auch“, relativierte die 30-Jährige.

Aufgrund einer Reglement-Änderung rast die Innsbruckerin heuer mit zehn Kilogramm mehr zu Tale. Denn nicht nur der Skeleton wiegt um fünf Kilo mehr als bisher, auch Flock hat im Sommertraining fünf Kilogramm mehr an Muskelmasse draufgepackt. „Wir haben mein Athletiktraining umgestellt, und auch das Training mit den lettischen Skeleton-Männern hat mir viel gebracht“, berichtete Flock. „Ich fühle mich richtig gut, aber das Mehr an Gewicht muss natürlich bei Geschwindigkeiten bis 140 km/h richtig gelenkt werden.“

Auch ihr Trainer-Freund Matthias Guggenberger, der neben der Kooperation mit dem österreichischen Verband auch die lettische Mannschaft betreut, schraubte die Erwartungshaltung an Flock zurück: „Janine braucht viele Fahrten, viele Wettkämpfe. Man muss ihr aber Zeit geben.“

 

Olympia statt Vikings-Football

Die rot-weiß-roten Bobpiloten hatten zuletzt mit kleineren und größeren Wehwehchen zu kämpfen. Deshalb dämpfte der neue Nationaltrainer Wolfgang Stampfer gleich die Erwartungen für die Dezember-Rennen, denn Lake Placid ist in der nächsten Woche erneut Weltcup-Veranstalter.

Die EM-Dritte Katrin Beierl, der noch im November eine Verhärtung im Oberschenkel zu schaffen gemacht hatte, bildet jetzt mit Selina Loibner ein Gespann. Die Niederösterreicherin, 18, war zuvor Wide Receiver bei den Vienna Vikings Ladies, ihres Zeichens Serienmeister im American Football. Ihr großes Ziel ist nun die Olympia-Teilnahme 2022 in Peking. Der Umstieg von Leichtathleten, zumeist Sprinter, in den Bob ist nicht ungewöhnlich. Aus dem Frauen-Football ist es ein Novum – für Antrieb ist jedenfalls gesorgt. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2019)