Schnellauswahl

SPÖ: "Lassen wir die Kompromisse in der Bildungspolitik hinter uns"

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid bei der gemeinsamen Pressekonferenz
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid bei der gemeinsamen PressekonferenzAPA/HELMUT FOHRINGER
  • Drucken

Die SPÖ fordert nach den jüngsten Pisa-Ergebnissen einen nationalen Bildungskonvent. Dann sollte „zehn Jahre Ruhe“ sein, „egal wer regiert“.

"Es muss Schluss sein mit ideologischen Kompromissen in der Bildungspolitik", meinte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bei einer Pressekonferenz. In der Bildungspolitik würden die nicht funktionieren. „Lassen wir die Kompromisse in der Bildungspolitik hinter uns“, sagte sie und forderte die Abhaltung eines nationalen Bildungskonvents. Nach diesem parteiübergreifenden Konvent müssten darin vereinbarte Maßnahmen umgesetzt werden - "und dann ist zehn Jahre Ruhe, egal wer regiert", so Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid.

Bei den Resultaten der jüngsten PISA-Studie habe man erneut gesehen, dass nicht alle Kinder in Österreich die gleichen Chancen haben. Akademikerkinder hätten am Ende der Pflichtschulzeit im Schnitt rund drei Lernjahre Vorsprung auf Kinder von Eltern mit höchstens Pflichtschulabschluss. "Das ist ein Riesenproblem, das wir politisch nicht einfach so stehenlassen können", so Rendi-Wagner. "Das ist ungerecht und auch leistungsfeindlich."

Die SPÖ verlangt daher unter anderem den flächendeckenden Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung. "Nicht nur in den Städten, auch in den ländlichen Regionen", forderte Rendi-Wagner. Es könne nicht sein, dass Kindergärten mittags schließen oder sechs Wochen im Sommer geschlossen seien.

5000 Lehrer zusätzlich gefordert

Außerdem brauche es 5000 zusätzliche Lehrer sowie Unterstützungspersonal wie etwa Verwaltungskräfte, Psychologen, Sozialpädagogen oder Logopäden. An die Schulen verteilt werden sollten diese anhand eines Chancenindex anhand der Zusammensetzung der Schülerschaft, so Rendi-Wagner. "Thema Nummer eins" ist für Hammerschmid der Ausbau der ganztägigen Schulformen. "Wir haben dort jetzt 20 Prozent der Kinder drin. Das ist ein Skandal."

An ganztägigen Schulen würden Arbeitsblöcke mit Pausen und Bewegungsphasen abwechseln. "Dort ist die Zeit da, die Kinder zu fördern und auch zu fordern", so Hammerschmid. Zusätzlich fordert sie ein kostenloses Mittagessen. Im Kindergartenbereich drängt die SPÖ auf ein zweites Gratis-Kindergartenjahr sowie österreichweite Qualitätsstandards.

(APA/Red.)