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Berichterstattung

Klima für ATX-Firmen kaum Thema

Symbolbild: Protestaktion in Deutschland im Jahr 2007Imago
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Nur 18 Prozent beschreiben ihre Klimastrategie ausführlicher.

Wien. Die im ATX-Prime (dieser umfasst neben den 20 ATX-Werten noch 19 weitere Firmen) notierten Unternehmen lassen bei ihren Informationen über klimarelevante Maßnahmen noch zu wünschen übrig. Bei rund 60 Prozent der Unternehmen werden zwar Klimathemen in der Strategie kurz erwähnt oder Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel genannt. Aber nur knapp 18 Prozent liefern eine ausführlichere Beschreibung, zeigt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens PwC.

„Zwar thematisieren viele Unternehmen den Klimawandel ansatzweise“, detaillierte Informationen werden meist aber nicht dargestellt, kritisiert PwC. In der Regel werden klimarelevante Informationen im Nachhaltigkeits- oder Konzernbericht erwähnt, einen eigenen klimaspezifischen Bericht hat keines der untersuchten Unternehmen.

Nur zwei von 39 Firmen verweisen auf die TCFD, die Task Force on Climate-related Financial Disclosures. Die EU-Empfehlungen zu klimabezogenen Informationen in der Unternehmensberichterstattung basieren auf Empfehlungen der TCFD aus dem Jahr 2017. Auch werden klimarelevante Informationen entgegen der TCFD-Empfehlung häufig getrennt von der Finanzberichterstattung erwähnt. Wenig überraschend zeigt sich, dass die vom Klimawandel am offensichtlichsten betroffenen Branchen in Bezug auf die Berichterstattung am weitesten fortgeschritten sind. Die Branchengruppe Grundindustrie und Versorger berichtet im Vergleich am ausführlichsten.

40 Prozent der Unternehmen gehen nicht auf klimabezogene Chancen oder Risken ein. Bei den anderen wird häufiger über Risken als über Chancen berichtet. Dabei sind die Verantwortlichkeiten für Klimafragen auf Vorstands- und teilweise auch auf Managementebene meist nicht klar beschrieben. Fast die Hälfte der Unternehmen erwähnen mögliche klimabezogene finanzielle Auswirkungen, diese werden jedoch in den seltensten Fällen quantifiziert.

Für die Studie wurden Geschäfts- sowie Nachhaltigkeits- bzw. nicht finanzielle Berichte und Erklärungen der 39 Unternehmen des ATX Prime für das Geschäftsjahr 2018 bzw. 2017/2018 analysiert. Die PwC-Experten raten den ATX-Prime-Unternehmen unter anderem, sich einen Überblick über die unterschiedlichen nationalen und internationalen Erwartungen der Stakeholder (Mitarbeiter, Kunden, Umwelt, Aktionäre) zu verschaffen. (APA/red.)