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Sanierungskurs

Chinesen wollen bei Gorenje schon 2020 Gewinne sehen

Haushaltsgerätehersteller Gorenje wird von den chinesischen Eigentümern auf Vordermann gebracht. Ziel ist die rasche Rückkehr in die Gewinnzone. Vorerst steht ein Jobabbau an.

Der slowenische Haushaltsgerätehersteller Gorenje, der zum chinesischen Elektronikkonzern Hisense gehört, wird heuer nach Angaben der Geschäftsführung einen Verlust von 40 Millionen Euro verbuchen, nach einem Fehlbetrag von 111 Millionen Euro im Vorjahr. 2020 sei die Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Überschuss von 30 Millionen Euro geplant, berichteten slowenische Medien.

Um den angestrebten Gewinn erreichen zu können, muss laut Geschäftsführer Lan Lin aber noch die Produktionseffizienz verbessert werden, hieß es am Montag vor Journalisten. Den Medienberichten zufolge bedeutet das auch einen weiteren Jobabbau im kommenden Jahr.

Heuer wurden bereits 270 Stellen gestrichen; wie viele demnächst noch wegfallen werden, wurde vorerst nicht bekanntgegeben. Von dem Personalabbau soll erneut die Verwaltung betroffen sein, wo insgesamt 1000 Mitarbeiter beschäftigt sind. In der Produktion und Entwicklung sollen die Mitarbeiterzahlen unverändert bleiben, hieß es aus dem Unternehmen.

Die Verhältniszahl zwischen den Arbeitnehmern in der Verwaltung (Vertrieb, Marketing, Rechts- und Finanzdienst, Buchhaltung) und den Produktionsarbeitern ist nach Ansicht des chinesischen Gorenje-Eigentümers zu hoch. Dadurch sei die Effizienz gegenüber den Konkurrenten geringer, so die Unternehmensführung.

Gorenje will seine Leistungsfähigkeit in der Produktion kommendes Jahr um acht Prozent verbessern. Neben den Stellenstreichungen soll das auch mit verbesserten Arbeitsprozessen und modernerer Ausrüstung erreicht werden, bei der Gorenje ebenfalls hinter der Konkurrenz hinterherhinke, hieß es laut Medien.

Geplant ist zudem die Auftrennung des Standortes Velenje - die Produktion soll dort verbleiben, die Verwaltung soll aber nach Ljubljana verlegt werden. In der Hauptstadt wird zu diesem Zweck das Unternehmen Hisense Gorenje Europe gegründet. Davor hatte man als Standort für die neue Verwaltungseinheit auch München in Visier gehabt.

Von der Effizienzsteigerung hängt auch die Entscheidung ab, ob Hisense in Velenje ein Werk für die Produktion von Fernsehgeräten errichten wird. Während das Projekt in Slowenien derzeit auf Eis liegt, interessieren sich auch andere Länder für die Fertigung. Inzwischen möchte Hisense den insolventen deutschen Fernsehgerätehersteller Loewe übernehmen. Das erklärte Lin in einem früheren Interview mit der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Das Vorhaben der chinesischen Gruppe wurde auch in deutschen Medien kolportiert.

 

(APA)