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Entschädiungsforderungen

Dieselskandal: Kanada verklagt Volkswagen

Regierung und Autokonzern suchen einen außergerichtlichen Vergleich.

Toronto. Kanada zieht Volkswagen im Abgasskandal zur Verantwortung. Die Regierung hat den deutschen Autoriesen wegen Verstößen gegen Umweltgesetze und Importvorschriften angeklagt, wie sie in der Nacht auf Dienstag in Toronto mitteilte. Die Behörden werfen VW vor, von Anfang 2008 bis Ende 2015 fast 128.000 Fahrzeuge eingeführt zu haben, die nicht den Abgasstandards entsprachen.

In Kanada war VW in den vergangenen Jahren bereits mit Klagen von Dieselbesitzern konfrontiert. Der Konzern hat dort schon mehr als zwei Mrd. kanadische Dollar (1,36 Mrd. Euro) für Entschädigungen aufgewandt. Nach vierjährigen Untersuchungen des Umweltministeriums reichte nun auch die Regierung Klage ein.

 

Elf Millionen Autos

Volkswagen teilte mit, man habe bei der Untersuchung der Behörden umfassend kooperiert. Bei einer Anhörung übermorgen, Freitag, vor einem Gericht in Ontario würden beide Parteien eine Vergleichslösung zur Prüfung vorlegen. Einzelheiten dazu würden in dieser mündlichen Verhandlung vorgestellt.

VW hatte im September 2015 auf Druck von US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Durch Abschalteinrichtungen wurde der Stickoxidausstoß lediglich auf dem Prüfstand im Labor reduziert.

Weltweit betraf die Affäre laut Unternehmensangaben etwa elf Millionen Dieselautos. Wegen des „Dieselgate“-Skandals hat der Konzern bereits insgesamt etwa 30 Mrd. Euro an Kosten verbucht. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2019)