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Biathlon

Machtdemonstration von Johannes Bö in Hochfilzen

Johannes Bö.APA/GEORG HOCHMUTH
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Der norwegische Sprint-Sieger Johannes Thingnes Bö hat in Hochfilzen auch die Verfolgung klar gewonnen.

Biathlon-Topstar Johannes Thingnes Bö hat in Hochfilzen am Samstag nachgelegt. Der Norweger gewann nach dem Sprint am Vortag in überlegener Manier auch die Verfolgung. Keinen weiteren Weltcup-Spitzenplatz gab es für das ersatzgeschwächte ÖSV-Team, Felix Leitner fiel vom achten auf den 20. Rang zurück. Julian Eberhard wurde 22., sein Bruder Tobias Eberhard 54.

Simon Eder und Dominik Landertinger waren nach ihrem erkrankten Fehlen im Sprint nicht am Start gewesen. Sie fallen auch für die Staffel am Sonntag aus. Kurzfristig musste für die Verfolgung auch noch Harald Lemmerer absagen, der sich als 51. qualifiziert hatte.

Leitner wurde vor 12.900 Fans nach gutem Beginn durch zwei Strafrunden im zweiten Liegendschießen zurückgeworfen, ein weiterer Fehler beim letzten Stehendanschlag verhinderte eine mögliche Platzierung um Rang 15. "Schuld war eine falsche Einschätzung beim zweiten Liegendschießen, das tut mir leid, da habe ich mich verschätzt", ärgerte sich Leitner im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Auch im Laufen habe er sich nicht so gut gefühlt wie am Vortag. "Insgesamt war das Rennen aber ok", meinte der 22-Jährige, der vor dem Hochfilzen-Sprint erst zweimal in die Top Ten gelaufen war.

Julian Eberhard gelang vom 30. Platz aus aufgrund von drei Strafrunden kein großer Sprung nach vorne. "Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht. Läuferisch war es ok. Es funktionieren manche Sachen noch nicht, es heißt, ruhig weiterarbeiten", erklärte der laufstarke Massenstart-WM-Dritte und Sieger von bisher vier Weltcuprennen. Sein Bruder Tobias landete mit neun Strafrunden am Ende des Feldes.

Weltcup-Titelverteidiger Bö jubelte indes nach makellosem Schießen im vierten Saisonrennen über den dritten Sieg. Insgesamt ist es für den 16-fachen Sieger der vergangenen Saison bereits der sechste in Hochfilzen bzw. der 40. insgesamt. "Ich habe sechs der letzten sieben Rennen gewonnen, ich genieße das natürlich, aber irgendwann wird es auch vorbei sein", meinte der 26-Jährige. Möglicherweise endet sein erneuter Siegeszug erst durch seine geplante Baby-Pause, die er in nächster Zeit aufgrund der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes einlegen will.

Die Hochfilzen-Verfolgung gewann er über eine halbe Minute vor Alexander Loginow. Hinter dem Ex-Dopingsünder aus Russland holte der Franzose Emilien Jacquelin seinen ersten Podestplatz. Wie das Top-Trio hatte auch der viertplatzierte Slowene Jakov Fak alle Scheiben getroffen.

Die am Schießstand viel zu fehlerhaften Österreicher bekommen am Sonntag in der Staffel eine weitere Chance. Ein Spitzenplatz ist in der Aufstellung David Komatz, Felix Leitner, Julian und Tobias Eberhard aber nicht zu erwarten.

 

(APA)