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Kunstdiebstahl in Dresden: Schmuck angeblich in Israel angeboten

News Bilder des Tages Raub im Gruenen Gewoelbe In der Schatzkammer der Dresdner Residenz, dem Gruenen Gewoelbe, ist am fruehe
Schatzkammer der Dresdner Residenzimago images/Max Stein

Erstmals soll es einen Hinweis auf die gestohlene Schmuckstücke geben. Das Museum und die Ermittler haben davon keine Kenntnis.

Erstmals seit dem spektakulären Einbruch Ende November soll es einen Hinweis auf Teile der gestohlenen Schmuckstücke aus dem Grünen Gewölbe in Dresden geben. Eine israelische Sicherheitsfirma hat nach eigenen Angaben wertvolle Stücke von Unbekannten angeboten bekommen. Das Museum und die deutschen Ermittler haben davon allerdings keine Kenntnis.

Die Unbekannten hätten in E-Mails neun Millionen Euro für den Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und den "Sächsischen Weißen" verlangt, bestätigte der Geschäftsführer der israelischen Sicherheitsfirma CGI, Zvika Nave, am Freitag. Die CGI-Gruppe mit Sitz in Tel Aviv wurde nach eigenen Angaben über eine Anwaltsfirma von Vorstandsmitgliedern des Museums mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sowie mit der Untersuchung des Einbruchs.

Kunstsammlungen: Sachverhalt nicht bekannt

Diese Darstellung wiesen die Ermittlungsbehörden strikt zurück: "Die Staatsanwaltschaft Dresden, die Polizeidirektion Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen ‎Dresden haben die israelische Firma CGI nicht mit der Überprüfung des Sicherheitskonzeptes im ‎Grünen Gewölbe oder mit sonstigen Ermittlungen beauftragt", teilte die Dresdner Staatsanwaltschaft mit. ‎

Auch die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), zu denen das Grüne Gewölbe gehört, zeigten sich überrascht. Von dem angeblichen Sachverhalt habe man keine Kenntnis, erklärte SKD-Sprecher Stephan Adam. "Die Firma hat zu uns auch keinen Kontakt aufgenommen."

Bezahlung mit Kryptowährung

Die Zahlung an die Unbekannten sollte laut Darstellung der Sicherheitsfirma in der Internetwährung Bitcoin erfolgen. "Alle Informationen wurden in Echtzeit an die Dresdner Staatsanwaltschaft übergeben", sagte Nave. Demnach erhielt die Firma sechs, sieben E-Mails. Die erste sei vergangene Woche eingegangen. Die Absender hätten geschrieben, ihre Nachricht sei nicht nachzuverfolgen, sie hätten verschiedene Verschlüsselungstechniken verwendet. Die Dresdner Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen zum Einbruch leitet, weiß davon nach eigenem Bekunden nichts: Es seien seitens CGI keinerlei Erkenntnisse übermittelt worden, hieß es.

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Das Achselband mit dem "Sächsischen Weißen" und der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens gehören zu gut zwei Dutzend erbeuteten barocken Schmuckstücken mit Diamanten und Brillanten. Der Coup, der auch international Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden.

1200 Hinweise

Rund 1200 Hinweise aus dem In- und Ausland sind nach Polizeiangaben bis zum Donnerstag bei der Sonderkommission "Epaulette" - benannt nach einem der erbeuteten Schmuckstücke - eingegangen. Eine heiße Spur gibt es den Ermittlern zufolge bisher nicht.

Die Dresdner Behörden gehen angesichts von insgesamt vier Tätern - zwei fuhren das später in Brand gesetzte Fluchtauto - von einer Bande aus. Es wurde eine Belohnung von 500.000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Noch ist das historische Grüne Gewölbe, in dem sich auch das Juwelenzimmer befindet, für Besucher geschlossen. Wann es wieder öffnet, steht noch nicht fest.

(APA/dpa)