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Neue Struktur für italienische Krisenbank

Symbolbild.
Symbolbild.(c) REUTERS (Guglielmo Mangiapane)

Institut soll bis zur Jahresmitte saniert sein.

Rom. Italiens kriselnde Volksbank Popolare di Bari (BPB) soll bis Mitte 2020 umstrukturiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Dies teilte der italienische Wirtschaft- und Finanzminister, Roberto Gualtieri, in einer Ansprache vor dem Parlament in Rom am Freitag mit. Er erwarte sich einen „robusten“ Umstrukturierungsplan für den Neustart der Bank.

Das Geldhaus war wegen seiner Unmengen an faulen Krediten in Schieflage geraten. Die italienische Zentralbank hatte den größten Kreditgeber in Italiens Süden im Dezember unter Sonderverwaltung gestellt. Gualtieri versicherte, dass die Anleger wegen der Krise keine Schäden erlitten hätten.

 

Einige Bankenrettungen

Der Minister rief die Banken in Italien auf, vorbeugend zu handeln, um Krisen zu vermeiden. Im Dezember wurde bekannt, dass der von den Banken des Landes getragene Einlagensicherungsfonds FITD der Volksbank mit bis zu 700 Mio. Euro unter die Arme greift. Auch Italiens Regierung erklärte sich bereit, 900 Mio. Euro zur Rettung des Instituts lockerzumachen. Zwischen der Regierung in Rom und der Notenbank kam es wegen des Falls bereits zu Streitigkeiten. Die Regierung kritisierte, dass es Probleme bei der Bankenaufsicht gebe, anders sei es nicht möglich, dass in dem Land regelmäßig Bankenkrisen auftreten.

Italien hat seit 2016 mehrere Banken des Landes vor dem Zusammenbruch gerettet. Darunter ist auch die Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena, die 2017 mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps bewahrt wurde. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2020)