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Walk of Häme

Darf der Papst Burger essen?

Oder: Warum man sich um die Ernährung des Vizekanzlers kümmern sollte.

Drei recht grundsätzliche Fragen sind es, die in der abgelaufenen Woche virulent geworden sind und einer Antwort bedürfen:

1. Darf ein grüner Politiker Hamburger essen?

Wir würden diese Frage einmal ganz salopp mit „Aber sicher, warum denn nicht?“ beantworten und uns – nur rhetorisch – damit beschäftigen, ob es eigentlich in Ordnung ist, einen Menschen, egal welcher politischen Gesinnung, heimlich beim Essen zu fotografieren, um das Bild dann im Social-Media-Flipper lautstark bouncen zu lassen? Um uns dann auch schon der viel drängenderen Frage zuzuwenden: Hat der Vizekanzler denn niemanden, der sich darum kümmert, dass er etwas Ordentliches zu essen bekommt? Denn er wird alle Nährstoffe dringend brauchen, die in der Ernährungspyramide zu finden sind (merke: Zucker ist ein Gewürz, kein Nahrungsmittel), um das türkise Tempo über drei Legislaturperiode mitgehen zu können. Von der Vorbildwirkung als Sportminister reden wir hier gar nicht – bei dem Vorgänger liegt die Latte nicht besonders hoch, ist man Nichtraucher, hat man schon gewonnen.

2. Darf ein Papst dem anderen öffentlich etwas ausrichten lassen?

Diese Frage führt uns natürlich schnurstracks zur viel größeren Diskussion: Darf es überhaupt zwei Päpste geben, und führt die derzeitige Konstellation nicht die Idee Papst an und für sich ad absurdum? Als Journalist ist man übrigens geneigt, die Nachricht „Papst für Zölibat“ eher für keine Geschichte zu halten. Und auch ein Buch wäre wohl leichter zu verkaufen, wenn der Autor die gegenteilige These verträte. Apropos: Darf der Papst eigentlich Burger essen? Und wenn ja, welcher?

3. Wer bekommt heuer den Oscar?

Besonders spannend ist die Frage in der Kategorie „Bester männlicher Nebendarsteller“, matchen sich dort in einer Art Best-of doch Tom Hanks, Anthony Hopkins, Al Pacino, Joe Pesci und Brad Pitt um den goldenen Mann. Da in der männlichen Hauptrolle noch Leonardo DiCaprio und Joaquin Phoenix antreten, fehlen zu einem Allstar-Team eigentlich (da Marlon Brando schon gestorben ist) nur mehr Robert De Niro, Jack Nicholson und Daniel Day-Lewis. Bei den Frauen ist übrigens Scarlett Johansson ein ziemlich aussichtsreicher Tipp: Sie ist gleich in beiden Schauspielerinnen-Kategorien nominiert.

forian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2020)