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Tirol

Kopftuchverbot ausweiten? ÖVP-Landesrätin gegen ÖVP-Linie

Schülerin trägt Bodenmatte
Schülerin trägt Bodenmatte(c) imago images / imagebroker (imageBROKER/Siegfried Kuttig via www.imago-images.de)
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Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader lehnt die Ausweitung des Kopftuchverbotes auf Schülerinnen bis 14 Jahre ab. Das sei "nicht notwendig“.

Die Tiroler ÖVP-Bildungslandesrätin Beate Palfrader stellt sich in Sachen Ausweitung des Kopftuchverbotes auf Schülerinnen bis 14 Jahre gegen die Parteilinie. Die Ausweitung erscheine ihr "nicht notwendig", sagte Palfrader der "Tiroler Tageszeitung" von Montag. Es gebe wesentlich wichtigere Herausforderungen.

Das Thema sei an Tirols Schulen bis zur Einführung des Verbotes an Volksschulen nie ein Problem gewesen, so Palfrader. Erst durch das Verbot sei es überhaupt Thema geworden, argumentierte die Landesrätin. Die Ausweitung des Verbotes war zwischen ÖVP und Grünen im Regierungsprogramm vereinbart worden.

Wie viele Volksschülerinnen in Tirol ein Kopftuch tragen, werde nicht statistisch erfasst. Laut Palfrader meldeten vier Bezirke, dass es an den dortigen Volksschulen überhaupt kein einziges Mädchen mit Kopftuch gebe, in den anderen Bezirken seien es Einzelfälle. "Es gab in Tirol nur einen einzigen Fall, wo ein Gespräch mit einem Elternteil geführt werden musste", sagte die Bildungslandesrätin.

Auf einen Blick

Seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 ist an Volksschulen das „Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist", verboten. Die Regierung will dies auf bis zu 14-jährige Mädchen ausweiten. Integrations- und Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) zufolge, könnte ein Kopftuchverbot auch für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen kommen.

>>> Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ 

(APA)